Darmstadt. Im August 2026 waren in Südhessen rund 200 Personen weniger arbeitslos als im Vormonat. Der Arbeitsmarkt bleibt damit allerdings weiterhin angespannt und eine Trendwende ist nicht in Sicht.
„Ausländische Beschäftigte werden durch den demografischen Wandel immer wichtiger für den südhessischen Arbeitsmarkt, denn ohne sie würden sehr viele Arbeiten über alle Branchen hinweg einfach nicht gemacht werden. Erfreulicherweise arbeiten inzwischen 91.739 ausländische Beschäftigte in Südhessen, 17.916 mehr als 2019. Es gibt inzwischen aber auch knapp 17.000 ausländische Arbeitslose in Südhessen, das sind rund 6.400 mehr als vor sieben Jahren. Hessen muss deshalb auch bei der Arbeitsmarktintegration von Ausländern noch deutlich erfolgreicher werden. Die hessische Wirtschaft braucht vor allem mehr qualifizierte Zuwanderung in Arbeit. Zehntausende motivierte Fachkräfte aus Drittstaaten wie Indien, China oder Vietnam zeigen, dass Integration in den Arbeitsmarkt oftmals sehr gut gelingt“, erklärte Dirk Widuch, Geschäftsführer der Geschäftsstelle Darmstadt und Südhessen der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU).
Stand Ende 2025 seien nur gut 60.000 Menschen aus Nicht-EU-Ländern wegen Arbeit oder Ausbildung nach Hessen gekommen, dagegen fast 400.000 aus humanitären oder familiären Gründen eingewandert oder hätten keinen Aufenthaltstitel. „Anders als Fachkräftezuwanderer sind anerkannte Asylzuwanderer vor Gewalt und Krieg geflohen und nicht wegen ihrer Qualifikation gekommen. Ihre Integration in den Arbeitsmarkt ist in den meisten Fällen viel schwieriger und dauert länger, da die sprachlichen und fachlichen Hürden sehr, sehr hoch sind.“
„Umso wichtiger ist es, dass die Landesregierung auch weiterhin klar unterscheidet zwischen Fachkräftezuwanderung und Asylzuwanderung, um diesen sehr verschiedenen Anliegen gerecht zu werden. Es ist überfällig, dass Hessen im Herbst dieses Jahres eine zentrale Stelle für Fachkräftezuwanderung in Darmstadt schaffen will. Am Zuwanderungsverfahren für Fachkräfte sind viele Behörden beteiligt, die zusammen deutlich schneller werden müssen. Aktuell sind aber viele Ausländerbehörden mit Asylmigrationsverfahren überlastet. Sie müssen ebenso wie die Verwaltungsgerichte viel schneller entscheiden“, sagte Dirk Widuch.
Weiterführende Informationen:
VhU-Tabellen und Grafiken zur Beschäftigung und Arbeitslosigkeit von Ausländern in den Jahren 2019 bis 2025 sowie zum Aufenthaltsstatus der in Hessen lebenden Ausländer zum 31.12.2025.
