Darmstadt. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt in allen hessischen Kommunen höher als vor der Pandemie. Dies gilt auch für die Stadt Darmstadt und die südhessischen Landkreise.
„Die aktuellen Zahlen zur Jugendarbeitslosigkeit in Südhessen sind ein deutliches Warnsignal für den Arbeitsmarkt von morgen. Sie zeigen, wie dringend in Bildung investiert werden muss, um die Fachkräftesicherung langfristig zu gewährleisten. Erforderlich ist eine höhere Qualität der schulischen Bildung und eine frühzeitige, praxisnahe berufliche Orientierung“, erklärte Dirk Widuch, Geschäftsführer der Geschäftsstelle Darmstadt und Südhessen der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. (VhU). „Am Ende der Grundschulzeit müssen grundlegende Kompetenzen im Lesen, Schreiben und Rechnen sicher beherrscht werden. Gelingt das nicht, steigen die Hürden in den weiteren Bildungsphasen erheblich – mit negativen Folgen für den Einstieg in Ausbildung und Beruf.“
Eine abgeschlossene Berufsausbildung bleibe der wirksamste Schutz vor Arbeitslosigkeit. Für junge Menschen lohne es sich daher, den Blick zu weiten, auch Alternativen zum Wunschberuf oder zur Wunschregion in Betracht zu ziehen und den Start ins Berufsleben nicht unnötig hinauszuzögern.
„Fehlende Schul- und Berufsabschlüsse sind ein wesentlicher Faktor für Jugendarbeitslosigkeit und stellen einen klaren Handlungsauftrag an die Bildungspolitik dar. Integration in Schule, Ausbildung und Arbeitsmarkt scheitern noch zu oft“, so Widuch weiter. Nötig seien ein früher und verbindlicher Deutschunterricht, gezielte Sprachförderung sowie verlässliche und transparente Übergänge in die Ausbildung. Diese Maßnahmen könnten jedoch nur dann Wirkung entfalten, wenn junge Menschen diese auch aktiv und konsequent ergreifen.
