Der Industriestandort braucht klare politische Unterstützung auf Landes- und Bundesebene. Seit 2019 sind in Südhessen fast 10.500 Industriearbeitsplätze verloren gegangen. Damit bröckelt das Fundament unseres Wohlstands. Denn jeder Arbeitsplatz in der Industrie sichert weitere Jobs in Dienstleistungen, Handwerk und Handel. Deshalb sind die Landesregierung und die Kommunen gefordert, den Standort konsequent zu stärken: durch schnellere Genehmigungsverfahren, zusätzliche Flächen für Ansiedlungen und Erweiterungen sowie einen zügigen Ausbau der Energie- und Verkehrsinfrastruktur. Gleichzeitig müssen wir die Chancen der Verteidigungswirtschaft gezielt nutzen, um der Deindustrialisierung wirksam entgegenzutreten,“ erklärte Dirk Widuch, Geschäftsführer der Geschäftsstelle Darmstadt und Südhessen der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU).
„Die Landesregierung setzt richtige Impulse, etwa mit den Entbürokratisierungsgesetzen. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, greift aber noch zu kurz. Auch auf europäischer wie auf Bundesebene müssen politische Entscheidungen auf mehr Wirtschaftswachstum ausgerichtet werden. Notwendig sind große, ausgabensenkende Sozialreformen für geringere Arbeitskosten, mehr Flexibilität im Arbeitszeitrecht, günstigere Energiepreise und ein radikaler Abbau von Bürokratie. Nur so lassen sich die dringend benötigten Investitionen anstoßen sowie Industriearbeitsplätze sichern und wieder aufbauen“, sagte Widuch.
