Arbeitsmarkt in Südhessen

Widuch: Minijobs erhalten statt Schwarzarbeit fördern / 76.000 Jobs in Südhessen in Gefahr

Darmstadt. „Die Bundesregierung sollte Minijobs nicht, wie von der Rentenkommission vorgeschlagen, durch immer höhere Abgaben de facto abschaffen. Damit würde eines der wenigen verbliebenen Flexibilitätsinstrumente auf dem deutschen Arbeitsmarkt verloren gehen und in Südhessen wären mehr als 76.000 Jobs gefährdet. Denn so viele Personen gehen einer geringfügigen Beschäftigung nebenberuflich nach oder arbeiten als Rentnerinnen und Rentner beziehungsweise Studierende in Minijobs. 
Sie können oder möchten häufig keine Vollzeittätigkeit ausüben. Eine Abschaffung der Minijobs würde daher kaum zusätzliche Vollzeitbeschäftigte hervorbringen, sondern nach Schätzungen vielmehr zu einem Anstieg der Schwarzarbeit um bundesweit rund 25 Milliarden Euro im kommenden Jahr führen“, erklärte Dirk Widuch, Geschäftsführer der Geschäftsstelle Darmstadt und Südhessen der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU).

„Auch bei mehr als 23.000 Menschen in Südhessen, die ausschließlich geringfügig beschäftigt sind, ist unklar, wer seine Arbeitszeit tatsächlich ausweiten kann oder möchte. Die fast 3.500 Bezieher von Grundsicherung, die einen Minijob ausüben, sprechen ebenfalls nicht für eine Abschaffung dieses Beschäftigungsmodells. Vielmehr braucht es bessere Hinzuverdienstregelungen, die Beschäftigung mit einem Umfang nahe einer Vollzeittätigkeit attraktiver machen als Kleinstjobs. 
Statt Arbeit durch steigende Abgaben zusätzlich zu verteuern, sind strukturelle Reformen notwendig, die Ausgaben senken und die Sozialversicherungsbeiträge wieder unter die Marke von 40 Prozent bringen. Mehr Netto vom Brutto würde Arbeit spürbar attraktiver machen“, so Widuch weiter.

Ansprechpartnerin

Fabienne Bardonner

Pressesprecherin und Kommunikation