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VhU Darmstadt und Südhessen zu den Arbeitsmarktzahlen im März 2021

Widuch: „Langzeitarbeitslose zum Einstieg in Befristung und Zeitarbeit vermitteln“ // Enorme Unterschiede in den 26 Jobcentern bei Älteren und Langzeitkranken erklärungsbedürftig

31.03.2021

Darmstadt. Im März ist die Zahl der Arbeitslosen in Südhessen gegenüber dem Vormonat um 886 gesunken, und zwar von 23.454 auf 22.568.  

Die Langzeitarbeitslosigkeit ist dagegen leider zurück. Binnen eines Jahres ist die Zahl in Hessen um rund 19.300 auf über 65.000 gestiegen. Damit ist offiziell jeder dritte Arbeitslose länger als ein Jahr ohne Arbeit. Hinzu kommen weitere fast 10.000 Langzeitarbeitslose ab 58 Jahren, die wegen eines Statistik-Tricks des Gesetzgebers nicht mehr gezählt werden.  

„Es ist höchste Zeit für eine neue Aktivierungsoffensive von Jobcentern und Arbeitsagenturen in Hessen, um wieder mehr Langzeitarbeitslose für den Arbeitsmarkt zu mobilisieren, oder – noch besser – Langzeitarbeitslosigkeit zu verhindern. Denn je länger Arbeitslosigkeit andauert, desto höher werden die Einstiegshürden, weil einmal erlernte berufliche Fähigkeiten und Tugenden wie Disziplin oder Pünktlichkeit oft verloren gehen“ erklärte Dirk Widuch, Geschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e. V. Geschäftsstelle Darmstadt und Südhessen. Zwar sei die Arbeitsmarktlage derzeit angespannt, es gebe aber auch für Geringqualifizierte weiterhin Beschäftigungschancen: „Insbesondere Zeitarbeit, Befristung & Co. können gerade in der jetzigen wirtschaftlich schwierigen Situation ein Sprungbrett aus der Langzeitarbeitslosigkeit sein“, so Widuch.  

Erklärungsbedürftig sei die große Spreizung innerhalb der 26 hessischen Jobcenter bei Dauererkrankungen von Langzeitarbeitslosen. Langzeitarbeitslose melden sich besonders häufig arbeitsunfähig: Im Jahr vor Corona meldeten sich über 23.000 Langzeitarbeitslose langzeitkrank, also länger als 6 Wochen. Im Laufe des vergangenen Jahres waren es dagegen immer noch 12.000. „Dieser drastische Rückgang auf hohem Niveau wirft ebenso Fragen auf wie die enormen Unterschiede innerhalb Hessens: Die geringste Langzeitkranken-Quote hatte der Kreis Bergstraße mit rund 5 %, die höchste der Schwalm-Eder-Kreis mit 37 %. Bei Zweifeln an einer Arbeitsunfähigkeit müssen die Jobcenter und Arbeitsagenturen den Medizinischen Dienst einschalten und zusammen mit Krankenkassen und Rentenversicherungsträgern erforderliche Reha-Maßnahmen einleiten“, sagte Widuch.

Im Übrigen seien die riesigen Unterschiede bei Jobangeboten für ältere Langzeitarbeitslose nicht nachvollziehbar und nicht zu tolerieren. „Gemessen an allen Langzeitarbeitslosen hat das Jobcenter Lahn-Dill-Kreis nur rund 2 % der Arbeitslosen ab 58 Jahren ein ganzes Jahr lang keinen Job angeboten, während diese Quote beim Jobcenter Fulda mit 25 % deutlich schlechter ist. Dies zeigt, dass die Geschäftspolitik der Jobcenter entscheidenden Einfluss darauf haben kann, ob eine ganze Gruppe aus dem Blick gerät. Diese Praxis gehört auf den Prüfstand, auch in Gesprächen mit dem Sozialministerium als Aufsichtsbehörde“, erklärte Widuch. 

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