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Schulisches Übergangsmanagement konsequent ausbauen

18.11.2011

     

  • Bildungsbilanzen verbindlich festlegen
  • Über 1,5 Millionen Euro Fördermittel seitens der Agentur für Arbeit
  • Kompetenzen der Schüler durch Lernortkooperationen stärken
  • Schulische Berufsorientierungsangebote brauchen Unterstützung
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Darmstadt. „Wir können es uns nicht leisten, dass junge Menschen nach ihrem Schulabschluss nicht wissen, welchen beruflichen Weg sie einschlagen wollen und dadurch allein in Südhessen über 400 Ausbildungsstellen unbesetzt bleiben“, sagt Reinhold Stämmler, Pressesprecher der Unternehmerverbände Südhessen.

Unterstützung am Übergang Schule und Beruf bieten die Projekte der vertieften Berufsorientierung „BEST-Profile“ und „Übergangsmanagement“. Sie fördern den frühzeitigen Bezug zur Berufs- und Arbeitswelt und eröffnen Schülern eine am individuellen Bewerberprofil ausgerichtete Berufswahlorientierung. Nun werden die beiden erfolgreichen Projekte, die von den Unternehmerverbänden Südhessen initiiert wurden, zusammengelegt. Damit entsteht erstmals eine Alters- und Jahrgangsstufen übergreifende Nachwuchsförderung mit Schwerpunkt in den naturwissenschaftlich-technischen Fächern – eine zukunftsweisende Zusammenarbeit von Firmen, Hochschulen und der Agentur für Arbeit.

„Das Projekt BEST-Profile gibt uns als Gymnasium die Möglichkeit, unsere Schüler vertieft in die Studien- und Berufsorientierung einzuführen. Zusätzlich eröffnet das Projekt Übergangmanagement die Möglichkeit, Kompetenzen der Schüler durch weitere, über den direkten Unterricht hinausgehende Projekte zu fördern. Dies stärkt Selbstbewusstsein und Lernmotivation, weil sie sich selbst als wertvoll und gebraucht erleben“, beschreibt Jürgen Krell, Schulleiter Eleonorenschule in Darmstadt die Vorteile der Projekte.

Ziel der Umstrukturierung und Kombination der beiden Ansätze ist es auch, die Vernetzung mit dem auf Landesebene bestehenden Kompetenzfeststellungsverfahren Kompo7 und den OloV-Aktivitäten zu verstärken und die Berufsorientierung weiter zu professionalisieren. „In den letzten vier Jahren konnten innerhalb von BEST-Profile und Übergangsmanagement über 70 Einzelprojekte in Zusammenarbeit mit Unternehmen und Hochschulen verwirklicht werden. Dabei wurde ein Budgetvolumen von 1,5 Millionen Euro seitens der Agentur für Arbeit aufgebracht“, so Stämmler.

Wichtig sei es jedoch, dass die Schulen verlässlich und nachhaltig bei der Gewinnung der für die Projekte benötigten Eigenmittel unterstützt würden. Denn um die finanzielle Unterstützung der Agentur für Arbeit in Anspruch nehmen zu können, müssen Kofinanziers 50 Prozent der Kosten eines Projektes übernehmen.

„Die Unternehmen in der Region Südhessen stehen in den nächsten Jahren vor einer großen Herausforderung. Für die Personalverantwortlichen gilt es bereits jetzt, die Fachkräftesicherung für die Zukunft voranzutreiben, da ab 2014 die G8/G9-Abiturientenwelle ihren Zenit überschritten hat“, erklärt Heike Beyer, Teamleiterin Berufsberatung Abiturienten und Hochschüler der Agentur für Arbeit, die Dringlichkeit des Projektes.

Für die Schüler, die zum Ende ihrer Schulzeit eine vorausschauende Berufs- und Studienwahl zu treffen haben, würde die Entscheidung zunehmend komplexer, da die Anzahl an betrieblichen Ausbildungsberufen und Studienmöglichkeiten stetig zunehme. „Für Abiturienten und Fachoberschüler wird sich durch die doppelten Abiturjahrgänge die Konkurrenz um Studienplätze und Ausbildungsstellen in den nächsten 3 Jahren deutlich verschärfen. Durch diese Entwicklung entsteht aber auch ein größerer Druck auf Real- und Hauptschulabsolventen, die sich einer steigenden Anzahl von Mitbewerbern auf dem Ausbildungsstellenmarkt gegenübersehen“, sagt Beyer. Daher sind kooperative Anstrengungen besonders notwendig und müssen noch stärker in der Fläche verankert werden.

Die überwiegende Zahl der Projekte der vertieften Berufsorientierung bezieht sich auf technische und naturwissenschaftliche Berufe und Studiengänge, wo sich der Fachkräftebedarf am stärksten abzeichnet. Jedes Jahr müssen bundesweit allein über 50.000 Ingenieure, die altersbedingt aus dem Berufsleben ausscheiden, nachbesetzt werden. Ein besonderes Augenmerk wird in diesen Projekten auch auf die Förderung von Frauen gelegt, die in den MINT-Berufen unterrepräsentiert sind.

Langfristig, fordert Stämmler, müssen alle Schüler den Berufswahlpass nutzen und fächerübergreifend Lehrkräfte die Berufs- und Studienorientierung ihrer Schüler unterstützen.

Auch müsse es Standard sein, dass jede Schule eine Bildungsbilanz veröffentlicht, in der sie darstellt, was mit ihren Schulabgängern im Anschluss an den Bildungsabschluss passiert ist. Sind sie in ein Studium eingestiegen, haben sie eine Ausbildung angefangen, sind sie in einer Überbrückungsmaßnahme gelandet oder sogar völlig unversorgt geblieben? Die oft bemängelte fehlende Anschlussfähigkeit gelte es durch professionelles Handeln im Schulalltag in engem Schulterschluss mit Experten aus Unternehmen, Hochschulen, Berufs- und Studienberatung zu vermeiden.

 

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