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Drechsler: „Gewerkschaften sollen die Chancen der Geringqualifizierten nicht kaputt reden“

VhU zur Gewerkschaftskampagne gegen die Zeitarbeit

24.02.2011

Darmstadt. Von den zuletzt rund 66.000 in Hessen gezählten Arbeitnehmern der Zeitarbeitsbranche sind gut ein Viertel Hilfsarbeiter, während dieser Anteil unter allen Arbeitnehmern nur etwa 2 Prozent beträgt. „Die Zeitarbeit hat sich zu einer unverzichtbaren Schlüsselbranche entwickelt, die so bunt ist wie der Arbeitsmarkt. Sie bietet Beschäftigung vom Arzt, Apotheker oder Ingenieur bis zum Hilfsarbeiter. Mehr als alle anderen profitieren gering Qualifizierte von der Zeitarbeit, die so den Einstieg in Arbeit leichter schaffen“, sagte Wolfgang Drechsler, Geschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), Geschäftsstelle Darmstadt und Südhessen.

„Nach jahrzehntelangen Verkrustungen des Arbeitsmarkts hat die Politik ein Tor für Menschen aufgemacht, die bisher vielfach von Beschäftigung ausgesperrt waren. Für viele Geringqualifizierte in der Zeitarbeit würde die wohlklingende Forderung nach gleichem Lohn nicht Arbeit, sondern Arbeitslosigkeit bedeuten, weil der Zeitarbeitnehmer dann für den Einsatzbetrieb zu teuer wäre. Denn der laufende Lohn macht schon bei einem Festangestellten nur einen Teil der tatsächlichen Arbeitskosten aus. Für einen Zeitarbeitnehmer zahlt der Einsatzbetrieb aber ungleich mehr an das Zeitarbeitsunternehmen, weil zur Kostendeckung z. B. Ausfallzeiten und Verwaltungskosten mit einkalkuliert werden müssen“, erklärte Drechsler.

Wer den Menschen Chancen auf Arbeit verweigere, führe sie in immer größere Abhängigkeit von Sozialleistungen. Statt neuer Vorschriften für den Arbeitsmarkt bräuchten Wirtschaft und Menschen flexible Beschäftigungsformen. Nur so entstünden zusätzliche Arbeitsplätze und Chancen zum Aufstieg. Das Allzeithoch bei den Erwerbstätigen und eine Arbeitnehmerzahl in Rekordnähe bewiesen, dass flexible Beschäftigungsformen keine vorhandene Arbeit verdrängten. Bei einer unsicheren Auftragslage kann mit Zeitarbeit vielmehr dort sofort Beschäftigung entstehen, wo das Risiko einer Festanstellung noch zu groß sei. Immer stärker erweise sich Zeitarbeit als Sprungbrett in eine Festanstellung.

„Die Erholung der Wirtschaft von der schwersten Krise der Nachkriegszeit im Rekordtempo ist durch flexible Beschäftigungsformen wie die Zeitarbeit überhaupt erst ermöglicht worden. In einer arbeitsteiligen und global zusammenarbeitenden Wirtschaft muss der Arbeitsmarkt durch Beschäftigungsflexibilität für Unternehmen attraktiv bleiben um zu verhindern, dass Beschäftigung aus unserem Land abwandert“, sagte Drechsler.

Von Lohndumping in der Zeitarbeit zu Lasten der Steuerzahler kann nicht die Rede sein. Aufstockendes Arbeitslosengeld II ermögliche laut Drechsler vielmehr überhaupt erst die Aufnahme einer Beschäftigung, wenn die eigene Arbeitskraft noch nicht zur Existenzsicherung ausreiche. “In der fünfseitigen im Februar 2011 veröffentlichten sogenannten Studie hat der DGB die Zahl der Aufstocker unter den Zeitarbeitnehmern nahezu doppelt so hoch angegeben, als es den Tatsachen entspricht. Von diesen Zahlentricksereien sollte sich niemand ins Bockshorn jagen lassen“, sagte Drechsler.

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