Fortbildungsprogramm 2017/2018
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Schule 3.0 – Zukunftstechnologien in den Unterricht

Ein MINT-Workshop-Programm des Zentrums für Chemie (ZFC) zur Stärkung der Berufsorientierung

Der erste Teil der vierteiligen Workshopreihe ist abgeschlossen. Knapp 50 Lehrer aus 13 südhessischen Netzwerkschulen nehmen teil. Mit seiner Initiative „Schule 3.0 – Zukunftstechnologien in den Unterricht“ leistet das Zentrum für Chemie Pionierarbeit. Ziel ist eine bessere berufliche Orientierung von Schülern im MINT-Umfeld mit den verzahnten Disziplinen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Nach drei Jahren intensiver Vorbereitung fand im November 2016 im Bensheimer Goethe-Gymnasium der Kick-off statt. Bis Mitte 2018 finden vier aufeinander aufbauende Workshops statt. Im Auftrag des Hessischen Kultusministeriums bietet das ZFC eine Fortbildungsveranstaltung pro Schulhalbjahr und eine fachliche Begleitung von namhaften Experten aus Hochschule und Industrie. Konkret geht es um die Entwicklung von spannenden und inhaltlich relevanten Themen für den Regelunterricht, die eng an der MINT-Lebenswelt ausgerichtet sind. Dadurch sollen Schüler zukünftig im Fachunterricht fundierte und wertvolle Einblicke in die Berufsfelder von Morgen erhalten.

Erstellung von Unterrichtseinheiten

„Schule 3.0“ richtet sich an Lehrer der Fächer Chemie, Informatik, Physik und Mathematik. Die Workshops sind Schulen vorbehalten, die dem Netzwerk angehören und aktiv an einer qualitativen Verbesserung der Berufsorientierung mitarbeiten möchten. Ziel ist die Entwicklung, Erprobung und Evaluierung von Inhalten und Materialien für den regulären Unterricht im Einklang mit den curricularen Vorgaben.

Ines Schmitt-Vogt (Eleonorenschule Darmstadt) spricht von „praktischen Einheiten, die man im Klassensaal sehr gut umsetzen kann“. Sie war eine der Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim zweiten Workshop, der im Februar an der Lichtenbergschule sowie im Juniorlabor von Merck und der TU Darmstadt stattgefunden hat. Es handelte sich um einen Exklusivtermin für alle Netzwerkschulen des ZFC, das für die Durchführung seines prominenten Projekts unter anderem auf Fördermittel von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und des VCI Hessen zurückgreifen kann. Passend zum Auftrag der Stiftung hat das Zentrum seine Workshops inhaltlich am Komplex Energiewende ausgerichtet.

In den einzelnen Fachgruppen spiegelt sich das Zukunftsthema auf unterschiedliche Weise: So experimentieren die Teilnehmer der Chemie-Sparte mit OLED- und OPV-Technologien. Unter der Leitung von Junior-Professor Amitabh Banerji (Universität Köln) werden neue Unterrichtsmaterialien nach den curricularen Vorgaben des Kultusministeriums diskutiert und für die Praxis optimiert. „Die Lehrer sind von der praktischen Arbeit begeistert“, kommentiert Banerji. Neben den OLEDs (organische Leuchtdioden) bauen die Lehrkräfte auch Solarzellen auf der Grundlage organischer Substanzen. Das Unternehmen Merck versorgt die Workshops unter anderem mit umfangreich ausgestatteten Materialkoffern. Banerji lobt das Projekt als konsequent unterrichtsbezogenes Konzept, bei dem Schulen und Unternehmen Hand in Hand arbeiten.

Die Fachgruppe Physik trifft sich in den Workshops an der Hochschule RheinMain in Rüsselsheim. Unter der Leitung von Prof. Birgit Scheppat vom Fachbereich Ingenieurwissenschaften (Spezialgebiet: Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie) und Simeon Blöcher (ZFC, Goethe-Gymnasium Bensheim) setzen sich die Lehrkräfte mit Brennstoffzellenfahrzeugen auseinander. Das ZFC finanziert für die Netzwerkschulen Bausätze, um diese Technologie in der schulischen Praxis einsetzen und erforschen zu können.

Die Mathematiker und Informatiker befassen sich mit der Fragestellung, wie die Probleme, die sich aus der Versorgung mit elektrischer Energie aus alternativen Quellen ergeben, mithilfe intelligenter Komponenten wie virtuelle Kraftwerke gelöst werden können. Die Professoren Jutta Hanson, Jens Gallenbacher und Martin Kiehl (TU Darmstadt) vermitteln den Workshop-Teilnehmern mit plastischen Fachvorträgen das notwendige Grundwissen. Prof. Jochen Kreusel vom Hersteller für Energietechnik ABB berät die Fachgruppen in praktischen Fragen. Das Teilprojekt leitet Tobias Braumann (ZFC, Goethe-Gymnasium Bensheim).

Zwischen den einzelnen Treffen werden die Ergebnisse aufbereitet und die Unterrichtsmaterialien weiterentwickelt. Das Zentrum für Chemie organisiert, koordiniert und evaluiert die Reihe. Dazu nutzt das ZFC die Evaluations-Expertise von Prof. Martin Lindner von der Universität Halle. Die entstandenen Unterrichtseinheiten stehen nach ihrer Fertigstellung auch für das digitale Notizprogramm OneNote zu Verfügung. Mithilfe der vom ZFC entwickelten Programmerweiterung Teach@note lässt sich Unterricht nachhaltig planen, durchführen und umsetzen (vgl. http://z-f-c.de/Projekte/teachnote). Eine Fortbildung dazu findet am 30. Januar 2018 in Bensheim statt (s. u.).

Fortbildung im Labor

„So werden moderne Technologien im Unterricht erlebbar gemacht“, sagt Olaf Marsen, Fachbereichsleiter Mathematik und Naturwissenschaften an der Nikolaus-August-Otto-Schule in Schwalbach nach den beiden ersten Treffen. Ab dem Schuljahr 2018/2019 will das ZFC die Workshops auf ganz Hessen ausdehnen und das Themenfeld Zukunftstechnologien im Unterricht weiter voranbringen – für die teilnehmenden Schulen eine Riesenchance auf dem Weg zu modernen Unterrichtskonzepten. Sie profitieren nicht zuletzt von der aktiven Beteiligung von Wissenschaftlern und Hochschuldidaktikern sowie namhaften Unternehmen wie dem Global Player Merck. Auch Institutionen wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) in Hessen und der Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT unterstützen das Konzept und werden das Zentrum für Chemie auch in den kommenden Jahren nachhaltig begleiten.

Der nächste Workshop findet am 30. und 31. August 2017 in der Darmstädter Eleonorenschule statt. Eine Informationsveranstaltung für alle interessierten Schulen folgt am 29. November 2017.

Die Netzwerkschulen des ZFC: Alfred-Delp-Schule Dieburg,  Altes Kurfürstliches Gymnasium Bensheim, Eleonorenschule Darmstadt, Friedrich-Ebert-Schule Pfungstadt, Georg-Christoph-Lichtenbergschule Ober-Ramstadt, Goethe-Gymnasium Bensheim, Heinrich-von-Kleist-Schule Eschborn, Justin-Wagner-Schule Rossdorf, Leibnizschule Wiesbaden, Lichtenbergschule Darmstadt, Nikolaus-Otto-Schule Bad Schwalbach, Rheingauschule Geisenheim, Ricarda-Huch-Schule Gießen und die Deutsche Schule Seoul.

Für das gewählte Jahr gibt es keine Veranstaltungen.

Dr. Thomas Schneidermeier (Vorstand)
Zentrum für Chemie e. V., Bensheim
Telefon: 06221 1808307
E-Mail schreiben
www.z-f-c.de