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„Heute mal bildschirmfrei“ – Soforthilfe bei digitalem Stress in der Familie

Wer kennt sie nicht, diese Szenen aus dem Urlaub: Das Wetter ist schlecht, der Nachwuchs quengelt – und auf dem Tablet sind Spiele und Filme gespeichert. Der Lärmpegel in der Ferienwohnung steigt und steigt, bis die Eltern entnervt dem Nachwuchs das Tablet in die Hand drücken. Sogleich kehrt Ruhe ein. Das Problem ist gelöst … Oder gehen die Probleme erst richtig los?

Die Bundesdrogenbeauftragte, Marlene Mortler, fordert im Mai 2017: „Wir müssen die gesundheitlichen Risiken der Digitalisierung ernst nehmen!“ Hintergrund sind erste Ergebnisse der aktuellen BLIKK-Studie, die deutliche Zusammenhänge herstellt zwischen früher Mediennutzung und späteren Entwicklungsstörungen bei Kindern. Weitere Risiken wie Cybermobbing, Datenklau, Gewalt und Pornografie werden breit diskutiert. Und viele Eltern und Pädagogen suchen nach Orientierung, um Kinder vor solchen Risiken zu schützen.

Dabei können sie zu zwei Gruppen von Büchern greifen, die jedoch nur wenig weiterhelfen. In der ersten Gruppe erscheinen Titel wie „Digital Junkies“, „Cyberkrank“ oder „Digitaler Burnout“.  Diese Bücher stellen zu Recht scharfe Diagnosen, eine Pathologie der Digitalität zeichnet sich ab. Am Ende bleiben sie jedoch oft auf der Stufe der kritischen Analyse stehen. Eine typische Reaktion von Eltern: „Ich habe das gelesen und war echt schockiert. Aber was kann ich jetzt im Alltag für meine Kinder tun?“

Wer seine Kinder vor Medienrisiken schützen will, muss gegen den Mainstream ankämpfen. Außerdem bekommt er oft zu hören: Kinder müssen möglichst früh Medienkompetenz aufbauen. Dieser Irrtum geht u. a. auf die zweite Gruppe weit verbreiteter Bücher zurück. Sie heißen „Die digitale Bildungsrevolution“ oder „Besser als die Wirklichkeit! Warum wir von Computerspielen profitieren und wie sie die Welt verändern“. Deren Autoren setzen in der Bildung auf Computer. Dabei erteilen sie Eltern Absolution, ihre Kinder guten Gewissens vor Bildschirmen zu parken. Außerdem spielen die Digital-Fans geschickt mit der Angst der Eltern, im globalen Wettbewerb Versager zu erziehen.

So klafft in der Literatur eine große Lücke, die Paula Bleckmann und Ingo Leipner mit „Heute mal bildschirmfrei“ schließen – ohne Verteufelung moderner Technik, aber mit einem alltagstauglichen Ansatz, damit Familien mehr Souveränität in der digitalen Welt gewinnen.

Ganz klar: Kinder sollen langfristig die Chancen der digitalen Welt ergreifen lernen. Auch klar: Alle wollen Kinder genauso vor den genannten Digital-Risiken schützen. Die Ziele sind unstrittig. Aber auf dem Weg türmen sich viele Hindernisse, z.B. wenn …

  • Kinder nörgeln: „Alle anderen dürfen das aber!“
  • Bekannte kritisieren: „Dein Kind ist ohne Smartphone sozial isoliert!“
  • Pädagogen behaupten: „Tablets in der Kita fördern frühe Medienkompetenz!“

Bleckmann und Leipner zeigen an über 100 alltäglichen Beispielen: So lassen sich diese Hürden überspringen oder elegant umgehen. Die Autoren unterstützen dabei Eltern, die für ihre Kinder bildschirmfreie Zonen schaffen wollen. Nicht sauertöpfisch-belehrend, sondern fröhlich, pragmatisch, oft mit einem Augenzwinkern. So macht es Spaß, eine „Heute mal bildschirmfrei“-Familie zu werden.

Weitere Informationen zu „Heute mal bildschirmfrei“ erhalten Sie im Vortragstermin am Dienstag, 29. Mai 2018, um 14:30 Uhr.