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Chancen für Unternehmen und Schulen im digitalen Talentwettbewerb

Interview mit Dirk Widuch, stellv. Geschäftsführer der Unternehmerverbände Südhessen

Welchen Stellenwert haben Ihrer Meinung nach die digitalen Kommunikationskanäle für die schulische Berufsorientierung sowie für die unternehmerische Nachwuchsgewinnung?
Das Web 2.0 wird mittlerweile als Leitmedium angesehen. Gerade Smartphones und Apps sind bei den Jugendlichen allgegenwärtig. Durch die Vernetzung der Medien können Unternehmen, aber auch Jugendliche sehr schnell auf Angebote, Trends und Nachfrage reagieren. Schulen sollten diesen Trend nicht außer Acht lassen und die Schüler an den Umgang mit den „neuen Medien“ besser heranführen. Anstatt Smartphones an Schulen zu verbieten, scheint es mir plausibler, die Schüler für den richtigen Umgang mit dem Medium zu qualifizieren. Wieso sollte ein Medium, das die Jugendlichen außerhalb der Schule ständig begleitet, nicht zur Unterrichtsgestaltung genutzt werden? Die „neuen“ Medien bieten Chancen, die man nutzen sollte. Gerade in Bezug auf Berufsorientierung bzw. Ausbildungsplatzsuche gibt es hier neue Wege, die sowohl Unternehmer als auch Schüler und Lehrer beschreiten sollten.

Welche Onlinekanäle bietet Ihr Verband, um die Jugend- lichen bei ihrer Berufsorientierung zu unterstützen?
Wir stellen schon seit Jahren die App „i-zubi“ kostenlos im App Store und bei Google Play zur Verfügung. Mit der App kann man jederzeit mit seinem Smartphone nach Praktika, Ausbildungsplätzen und dualen Studiengängen suchen. Des Weiteren findet man hier zahlreiche Informationen über Bewerbungsverfahren, die sehr hilfreich sind. Vielfältige Informationen bietet auch der von uns neu entwickelte Blog „Campus der Unternehmen“. Unter www.campus-der-unternehmen.de bloggen Auszubildende und dual Studierende über ihren Alltag und bieten Interessierten einen exklusiven Blick hinter die Kulissen von Ausbildung und dualem Studium. Für die Zukunft soll unsere App ebenso unter dem Dach „Campus der Unternehmen“ verankert sein. Dadurch erhoffen wir uns eine stärkere Zielgruppenbindung.

Was ist das Besondere am Campus der Unternehmen?
Campus der Unternehmen verbindet Blog, Facebook und Snapchat. Dies ermöglicht uns, auf allen Plattformen gleichzeitig zu agieren. Da die Beiträge auch auf Facebook gepostet werden, können User direkt mit den Berichterstattern in Kontakt treten. Mit dem Tool Snapchat erreichen wir gerade die jüngere Zielgruppe. Snapchat gilt als besonders schnelllebiges Medium, da Bilder oder Videos höchstens für 24 Stunden zur Verfügung stehen. Der Umstand, dass Videos nur maximal zehn Sekunden lang sein können, verspricht eine kurze, aber hohe Aufmerksamkeit der Jugendlichen, die dazu führen kann, dass sie sich eingehender mit den Themen beschäftigen.

An welche Schüler richten sich die Angebote der Unternehmerverbände Südhessen?
Schüler aller Schulformen werden in unserer App oder bei unserem Campus der Unternehmen fündig. Wir stellen sowohl technische und naturwissenschaftliche Ausbildungsberufe bzw. duale Studiengänge vor als auch kreative und kaufmännische Berufsbilder.

Gibt es eine Möglichkeit, Off- und Onlineangebot zu verbinden?
Leider findet der Schulunterricht immer noch überwiegend offline statt. Dennoch haben wir Ende des Schuljahres 2016/2017 das Berufsorientierungsangebot „Mobil & authentisch“ gestartet, bei dem wir über Snapchat auf dem Schulhof mit den Schülern kommunizieren. Hierbei kooperieren wir mit Schulen und Unternehmen gemeinsam.

Können Sie die Kampagne „Mobil & authentisch“ genauer erläutern?
Als Eyecatcher fungiert ein Opel Adam, der auf eine jugendliche Zielgruppe ausgerichtet ist und zusätzlich mit unserem Snapchatcode beklebt ist. Anhand des Opel Adams erklären Auszubildende, was sie in ihrer Ausbildung lernen. Gleichzeitig snappen die Auszubildenden, sodass nicht nur die beteiligten Schüler informiert werden, sondern jeder Follower auf Snapchat. Das Projekt wird sehr positiv von den Jugendlichen aufgenommen, und die Zugriffszahlen sprechen für sich. Durch die Auszubildenden, die nur geringfügig älter sind, findet eine Begegnung auf Augenhöhe statt. Wir werden dieses Projekt ausbauen und hoffen auf tatkräftige Unterstützung sowohl von den Schulen als auch von Unternehmen.