VhU zu den Forderungen des Groß-Gerauer Landrates
Widuch: Keine Pflegevollversicherung // Krankenhausplanung überdenken
Darmstadt. „Richtig ist, dass die Kommunen durch Bundesgesetze vor allem im Sozialbereich gezwungen sind, immer mehr auszugeben. Und sie haben auch Anspruch auf eine auskömmliche Finanzierung durch Bund und Land. Aber angesichts eines Rekordbeitragssatzes zur Sozialversicherung ist es arbeitsmarktpolitisch fragwürdig nach einer Pflegevollversicherung zu rufen und zusätzliche Lasten auf die Beitragszahler abzuwälzen“, kommentierte Dirk Widuch, Geschäftsführer der Geschäftsstelle Darmstadt und Südhessen der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. (VhU) die Forderungen des Landrates des Kreises Groß-Gerau. Über diese haben unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung sowie das Darmstädter Echo berichtet.
„In einer alternden Gesellschaft steigen vor allem in der Renten-, Kranken- und Pflegversicherung die Ausgaben schon ohne Leistungsausweitungen immer weiter, während immer weniger Jüngere das finanzieren sollen. Deshalb brauchen wir durchgreifende Strukturreformen für einen sinkenden Sozialversicherungsbeitrag und eine fairere Lastenverteilung zwischen den Generationen. Sonst bleibt Arbeitnehmern immer weniger vom Brutto und Arbeitsplätze verschwinden unter dem immer höheren Kostendruck. Unsere Vorschläge hierzu liegen vor“, sagte Widuch.
„Grundsätzlich stehen die Kommunen vor der Herausforderung auch selbst Aufgabenkritik zu üben und nach Verbesserungspotenzialen zu suchen. Im Kreis Groß-Gerau ist zum Beispiel das defizitäre Kreiskrankhaus ein potenzieller Ansatzpunkt. Die aktuelle Neu-Planung aller Krankenhausstrukturen bietet die Chance, zusammen mit dem hessischen Gesundheitsministerium über den Umbau zu einem Versorgungszentrum nachzudenken. Auch die Option einer Schließung sollte in den Überlegungen nicht von vorneherein ausgeschlossen werden. Denn rund um den Kreis gibt es bereits viele für die Bevölkerung gut erreichbare Gesundheitsversorger“, sagte Widuch abschließen.
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