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VhU Darmstadt und Südhessen zu den Arbeitsmarktzahlen im Juli 2020

Widuch: „Beschäftigung im Fokus: durch flexibleren Arbeitsmarkt, Befristungsoptionen und moderne Arbeitszeitregelungen!“

30.07.2020

 

Darmstadt. Die Zahl der Arbeitslosen in Südhessen ist auch im vierten Monat in Folge coronabedingt gestiegen, und zwar um 827 auf 24.440. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 5,3 Prozent.

Trotz der Lockerungen befindet sich der südhessische Arbeitsmarkt im Krisenmodus. Die südhessische Wirtschaft spürt weiterhin massiv die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Geschäftsentwicklung in Industrie, Handel und Dienstleistung.

„Zwar versuchen unsere südhessischen Unternehmen alles, um ihre Beschäftigten halten zu können. Gerade Kurzarbeit hilft gegenwärtig sehr, durch den dunklen Tunnel zu kommen. Dennoch wirkt sich die voraussichtlich bis Ende 2021 oder noch länger andauernde niedrigere Geschäftsentwicklung für viele Unternehmen leider auch zunehmend in einem Rückgang der Arbeitsplätze aus“, erklärte Dirk Widuch, Geschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. (VhU), Geschäftsstelle Darmstadt und Südhessen.

Aktuell würden mehr Arbeitsverhältnisse beendet als neue geschaffen. „Deshalb müssen wir alle unsere Anstrengungen darauf richten, die südhessischen Unternehmen in ihrer Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Wir brauchen dauerhaft ein Belastungsmoratorium bei Steuern und Abgaben, mehr Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt und insbesondere auch im Arbeitsrecht. Der Gesamtsozialversicherungsbeitrag muss dauerhaft unter 40 Prozent bleiben“, so Widuch.

Statt temporärer Entlastungen brauche es mutige und kluge Weichenstellungen, um die Belastungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu verringern. Statt kurzfristiger Lockerungen müsse auch das deutsche Arbeitszeitgesetz dauerhaft an die Anforderungen der globalen und digitalisierten Wirtschaft angepasst werden. Denn die hessische Wirtschaft müsse unverändert den Strukturwandel der Digitalisierung und die Chancen von Wirtschaft 4.0 meistern. „So richtig und wichtig alle aktuellen Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung sind, entscheidend für die Zukunft einer digitalen arbeitsteiligen Arbeitswelt ist, wie die Politik gezielt den Beschäftigungsaufbau auch besser unterstützt: Mit flexiblen Beschäftigungsformen, niedrigen Lohnzusatzkosten und einem modernen Arbeitszeitgesetz können Arbeitsplätze langfristig gehalten und neue geschaffen werden.“

Besonders flexible Beschäftigungsformen, wie Zeitarbeit oder Befristungen, helfen in Zeiten der Ungewissheit über die Kontinuität der Auftragsentwicklung, Aufträge erst einmal anzunehmen und daran zu arbeiten, sie zu verstetigen. Auch werde so gerade Berufsanfängern, Geringqualifizierten oder Langzeitarbeitslosen der Weg in Arbeit erleichtert. „Eine Einschränkung solcher Beschäftigungsformen unter der falschen Etikettierung prekärer Arbeitsverhältnisse verhindert oder verlangsamt Neueinstellungen – gerade in schwierigen Zeiten. Wir alle wollen aber einen entfesselten Neustart“, so Dirk Widuch.

 

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