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Zukunftsweisende Lernstrukturen: erarbeiten, aufzeigen, umsetzen

25.05.2011

Diskutierten über zukunftsweisende Lernstrukturen: Prof. Dr. Gerald Hüther (r.), Professor für Neurobiologie, Universität Göttingen, Mannheim/Heidelberg und Reinhold Stämmler (l.), Geschäftsführer Arbeitskreise SCHULEWIRTSCHAFT

Darmstadt. „Damit Kinder und Jugendliche die in ihrem Gehirn angelegten Potenziale entfalten können, brauchen sie Aufgaben, an denen sie wachsen können, Gemeinschaften, in denen sie sich geborgen fühlen und kompetente Vorbilder, die ihnen Orientierung bieten“, brachte Prof. Dr. Gerald Hüther, Professor für Neurobiologie, Universität Göttingen, Mannheim/Heidelberg, die Anforderungen an Schulen, Lehrer und Unterricht auf den Punkt. Mit seinem Vortrag „Einladen, Ermutigen, Inspirieren – neurobiologische Rückenstärkung als Wegbereiter für eine neue Lernkultur“ im Jahresgespräch der Arbeitskreise SCHULEWIRTSCHAFT Südhessen am 25. Mai 2011, untermauerte er mit wissenschaftlichen Erkenntnissen der Neurobiologie das Bestreben der Arbeitskreise, zukunftsweisende Lernstrukturen aufzuzeigen und in der Schullandschaft zu verankern.

Kinder und Jugendliche dürften ihre angeborene Begeisterung am Entdecken und Gestalten nicht durch veraltete und starre Lernstrukturen verlieren. Insbesondere wenn das Ziel des Lernens, neben dem Lerneffekt auch die Stärkung der Persönlichkeit und die Etablierung der Freude an Leistung und Resultaten sei, habe sich Frontalunterricht als wenig erfolgsversprechend erwiesen.

„Es gilt, die schon vorhandenen Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis auch in der Entwicklung innovativer Konzepte umzusetzen, wie es etwa bei den Siegerschulen des Innovationswettbewerbs der Fall ist“, sagte Dr. Albrecht Hallbauer, Vorsitzender der Bezirksgruppe Darmstadt und Südhessen von HESSENMETALL, der die Preise des 12. Innovationswettbewerbs übergab.

Am Thema „Bildungs- und Integrationsplattform Schule: Fördern, Entwickeln, Vernetzen“ hatten 12 Schulen mit 13 Beiträgen teilgenommen. Der erste Platz und ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro gingen an das Berufliche Schulzentrum Odenwaldkreis für den Beitrag „Mit BEST-Profile zum beruflichen und persönlichen Erfolg“. Die Freiherr-vom-Stein-Schule in Neckarsteinach holte mit dem „Kombi-Klassen-Modell: Eine Schule für viele Begabungen“ den zweiten Platz und ein Preisgeld von 2.000 Euro. Mit 1.000 Euro für den dritten Platz wurde die „Kompetenzschmiede“ der Alexander-von-Humboldt-Schule in Rüsselsheim ausgezeichnet. Alle Projektbeiträge wurden in einer Dokumentation zusammengestellt und können im Schulalltag für die individuelle Förderung von Schülern genutzt werden.

Auch Reinhold Stämmler, Geschäftsführer der Arbeitskreise SCHULEWIRTSCHAFT, setzt auf das Innovationspotenzial südhessischer Schulen und Lehrkräfte. Notwendig sei es, den Unterricht stärker an den Kompetenzen, Fertigkeiten und Fähigkeiten der Schüler sowie deren individuellen Bedürfnissen auszurichten. Dies müsse sich in flexiblen Unterrichtskonzepten, Lernzeiten und altersheterogenen Lerngruppen abbilden. Dabei sah er aber insbesondere die Politik in der Pflicht. „In Hessen werden jedes Jahr 140 Millionen Euro für das Übergangssystem ausgegeben, für Schüler, die nach der Schule keinen Anschluss finden. Wenn dieses Geld stattdessen gezielt für die Förderung während der Schulzeit verwendet würde, müssten nicht hessenweit 21.500 Jugendliche in Warteschleifen einmünden“, stellte Stämmler fest.

Solange keine Kurskorrektur stattfindet, seien Schüler weiterhin auf das Engagement ihrer Lehrer oder des regionalen Umfeldes angewiesen.

Besonders gedankt wurde im Rahmen des Jahresgesprächs Peter Kimmel, der aus dem Schuldienst an der Gerhart-Hauptmann-Schule in Griesheim ausscheidet und damit auch seine ehrenamtliche Tätigkeit für die Arbeitskreise beendet. Ebenfalls geehrt für ihr ehrenamtliches Engagement wurden Evelyn Schrader (Max-Planck-Schule, Groß-Umstadt) und Mechthild Hopfe (Alexander-von-Humboldt-Schule, Rüsselsheim), die beide seit nunmehr zehn Jahren für die Arbeitskreise tätig sind.

„Für ihren Beitrag zur ‚Bildungsreform von unten’ sind wir diesen Menschen, die wieder mal gezeigt haben, dass Lehrer zu sein mehr ist, als nur ein Beruf, sehr dankbar“, betonte Stämmler.

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