Menü

Unternehmerverband Südhessen e.V.

Haus der Wirtschaft Südhessen
Rheinstraße 60
64283 Darmstadt

Postfach 11 01 64
64216 Darmstadt

06151 2985-0
pr.darmstadt@remove.this.uvsh.de

Hier finden Sie eine Anfahrtsbeschreibung samt Skizze: PDF Download

VhU Geschäftsstelle Darmstadt und Südhessen fordert unbürokratische und schnelle Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt

Umfrage unter Unternehmensvertretern zeigt, dass Überbürokratisierung und starre Strukturen flexible Integrationschancen für Flüchtlinge in der Wirtschaft erschweren

05.02.2016

Darmstadt. Neben Grundsatzentscheidungen im Arbeitsrecht, geplanten Gesetzen und Gesetzesänderungen wurden Förderprogramme und gesetzliche Regelungen zur Integration von Flüchtlingen im Seminar „Aktuelle Rechtsprechung im Arbeitsrecht - Gesetzliche Neuregelungen“ im Haus der Wirtschaft Südhessen am 3. Februar 2016 erörtert.

Eine Umfrage unter den Teilnehmern des Seminars ergab, dass 87,1 Prozent der Unternehmensvertreter Arbeit für einen wesentlichen Integrationsfaktor halten, wobei 48,4 Prozent auch Flüchtlinge beschäftigen möchten. Für 38,7 Prozent sei hierfür zwingend notwendig, dass staatliche Auflagen für Geringqualifizierte, wie der Mindestlohn, vorübergehend ausgesetzt werden. Als weiteres Hemmnis werden von 54,8 Prozent die gesetzlichen Regelungen bezüglich des Aufenthaltstitels und der Arbeitserlaubnis genannt. Darüber hinaus gaben 51,6 Prozent an, dass Flüchtlinge, die in einem Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis stehen, von der Abschiebung ausgenommen werden sollten. Deswegen sprechen sich 61,3 Prozent der Befragten dafür aus, die klassische Struktur der Berufsausbildung und der starren Vergütungsregelungen nach Entgeltgruppen um neue Flexibilitätsmodelle zu ergänzen, sodass Flüchtlinge schneller arbeiten und qualifiziert werden können.

Die Mehrheit der an der Umfrage teilnehmenden Unternehmer gab an, dass sie angesichts der aktuellen Rahmenbedingungen am wahrscheinlichsten Flüchtlinge in den Beschäftigungsformen des Praktikums (77,4 Prozent) und der un- und angelernten Aushilfstätigkeiten einsetzen würden. 74, 2 Prozent der Befragten können sich bei entsprechenden rechtlichen Anpassungen vorstellen, Flüchtlinge auszubilden, und 58,1 Prozent würden sie als Fachkräfte einstellen.

 „Wenn 2016 rund drei Millionen Langzeitarbeitslose von der staatlichen Grundsicherung abhängig sind und zudem noch die Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt integriert werden sollen, dann reicht es nicht aus, nur über die Zahl der Förderprogramme und die Höhe der Mittel für die aktive Arbeitsmarktpolitik zu diskutieren. Notwendig sind auch flexible Zugänge in den Arbeitsmarkt und pragmatische Modelle zur Qualifizierung im Prozess der Arbeit“, forderte Wolfgang Drechsler, Geschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. (VhU), Geschäftsstelle Darmstadt und Südhessen.

Ermutigend sei die positive Resonanz zur beruflichen Integration von Flüchtlingen, die im Rahmen des Seminars von den Unternehmensvertretern gegeben wurde.

Überhaupt nicht in die Zeit passen dabei die Entwürfe aus dem Bundesfamilienministerium zur Entgeltgleichheit und aus dem Bundesarbeitsministerium zur Novellierung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes. „Diese sind angesichts der schwächelnden Weltkonjunktur und auch mit Blick auf die großen gesellschaftlichen Aufgaben realitätsfern und schädlich. Durch die beabsichtigten Eingriffe in bestehende Tarifverträge, die Erhöhung des bürokratischen Aufwands und die Reduzierung der Flexibilität entsteht ein Klima, in dem es Unternehmen schwer fällt, die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Zusätzlich belasten diese Überlegungen die Zugänge in den Arbeitsmarkt und die Integration von Flüchtlingen. Daher ist aus betrieblicher, ökonomischer und gesamtgesellschaftlicher Perspektive entscheidend, dass sich für diese Gesetzesvorhaben keine Mehrheiten in der Regierung und Parlament finden“, sagte Dirk Widuch, Leiter der Rechtsabteilung der Unternehmerverbände Südhessen.

 „Der Zustrom von Flüchtlingen erfordert flexibles und unbürokratisches Handeln, wie unsere verbandsinternen Umfrageergebnisse aufzeigen. Hierbei wirken insbesondere die vom Gesetzgeber angedachten Reglementierungen und Dokumentationspflichten kontraproduktiv. Man kann nicht von staatlicher Seite einerseits auf die unternehmerische Unterstützung bei der Integration setzen und im Gegenzug die bürokratischen Hürden für Neueinstellungen und Beschäftigung erhöhen“, stellte Drechsler zusammenfassend fest.

Zurück zur Übersicht

Aktuelles

Ihre Ansprechpartnerin

Fabienne Bardonner, B.Sc.

Leiterin Kommunikation und Gesellschaftspolitik

06151 2985-42
fbardonner@remove.this.uvsh.de