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VhU-Darmstadt und Südhessen zu den Arbeitsmarktzahlen im November 2017

Widuch: „Mit längerem Arbeiten könnten viele aus dem Arbeitslosengeld-II-Bezug kommen!“ // Längere Arbeit muss sich für Arbeitslosengeld-II-Bezieher lohnen

30.11.2017

Darmstadt. Die Zahl der Arbeitslosen in Südhessen ist im November um 167 auf 20.226 gefallen. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote von 4,5 Prozent.
„Der Arbeitsmarkt eilt weiter von Rekord zu Rekord. Gesetzgeber und Jobcenter sollten die gute Lage nutzen und endlich auch diejenigen ernsthaft ins Auge fassen, die nur deshalb Arbeitslosengeld II brauchen, weil sie nur Teilzeit arbeiten. Wer Vollzeit arbeiten kann, muss vom Jobcenter auch in eine Vollzeit-Tätigkeit vermittelt werden. Und der Gesetzgeber sollte die Hinzuverdienstregeln für die Bezieher von Arbeitslosengeld II so ändern, dass sich Vollzeitarbeit mehr lohnt“, sagte Dirk Widuch, Geschäftsführer der Vereinigung der Hessischen Unternehmerverbände e. V. (VhU), Geschäftsstelle Darmstadt und Südhessen.

Über 80 Prozent der gut 70.000 Arbeitnehmer in Hessen, die ergänzend Arbeitslosengeld II beziehen (sog. Aufstocker), hätten lediglich einen Hinzuverdienst aus einer Teilzeitarbeit. Weitere 5.300 Personen übten dauerhaft eine selbstständige Tätigkeit aus, die nicht zum Leben reiche. „Die Jobcenter müssen von Arbeitslosengeld-II-Empfängern in Teilzeitarbeit oder in Selbstständigkeit umgehend eigene Anstrengungen zur Vollzeit-Arbeitssuche verlangen“, sagte Widuch.

Widuch ergänzte, dass die Politik auch die Rahmenbedingungen so ändern müsse, dass Aufstocker auch finanziell stärker zur Suche nach Vollzeitarbeit motiviert würden. „Aktuell sind die ersten 100 Euro vollständig, darüber hinaus aber nur noch 20 bzw. 10 Prozent eines Erwerbseinkommens anrechnungsfrei. Längeres Arbeiten lohnt sich deshalb für diesen Personenkreis oftmals nicht. Die Hessische Landesregierung sollte sich im Bundesrat dafür einsetzen, dass stattdessen die ersten 200 Euro einer Erwerbstätigkeit grundsätzlich voll auf Arbeitslosengeld II angerechnet und ab da großzügigere Freibeträge gewährt werden. So steigt der Anreiz zur Aufnahme einer Vollzeitbeschäftigung“, sagte Widuch.

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