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VhU-Darmstadt und Südhessen zu den Arbeitsmarktzahlen im März 2017

„Spirale der Lohnzusatzkosten ist Gift für den Arbeitsmarkt“ // Jeder Arbeitsplatz ist wichtig für das Sozialsystem

31.03.2017

Darmstadt. Die Zahl der Arbeitslosen in Südhessen ist im März 2017 um 325 auf 20.673 gefallen. Im Vorjahresvergleich sank die Zahl um 310. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 4,7 Prozent. Dies ist die niedrigste Märzquote seit 10 Jahren für Südhessen. „Der Arbeitsmarkt ist in einer sehr guten Verfassung, aber nicht unverwundbar. Die zahlreichen sozialen Wohltaten der Großen Koalition türmen sich zu einer jährlichen Milliarden-Zusatzbelastung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf. Die Sozialpolitik versorgt das Wählerklientel und stellt der jungen Generation dafür die Rechnung aus. Wir fordern die hessischen Landespolitiker auf, ihren nicht geringen Einfluss in ihren Bundesparteien dazu zu nutzen, sich klar gegen Leistungsausweitungen und steigende Beiträge zu wehren, die Beschäftigung und Wohlstand in Hessen gefährden“, sagte Wolfgang Drechsler, Geschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), Geschäftsstelle Darmstadt und Südhessen.

Die jüngsten Leistungsausweitungen in der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung kosteten jährlich rund 20 Milliarden Euro und trieben die Beitragssätze nach oben. „Steigende Beiträge bedeuten weniger Netto für den Arbeitnehmer und höhere Lohnzusatzkosten für den Arbeitgeber, und vernichten letztlich Arbeitsplätze und verhindern neue. Obwohl Hessen ein wirtschaftsstarkes Land ist, werden auch wieder schlechtere Zeiten kommen. Die aktuelle 40-Prozent-Marke der Sozialversicherungsbeiträge ist für die Wettbewerbsfähigkeit der südhessischen Unternehmen von unverändert hoher Bedeutung. Und dabei steht uns die größte Belastungsprobe noch bevor, wenn die Babyboomer demnächst in Rente gehen und die Gesundheitskosten in einer alternden Gesellschaft weiter steigen. Deshalb brauchen wir endlich kostensenkende Gesundheits-Strukturreformen – z.B. durch Schließung überzähliger Krankenhauskapazitäten – und ein Ende der abschlagsfreien Frührente mit 65 oder sogar noch davor, um die gesetzliche Rente zu stabilisieren“, sagte Drechsler.

Das Sozialsystem funktioniere nur, wenn möglichst viele Menschen in Lohn und Brot seien. „Die Bundesregierung ist gerade dabei, die eindrucksvollen Beschäftigungserfolge der Wirtschaft – 350.000 mehr sozialversichert Beschäftigte in Hessen und knapp 5 Millionen mehr im Bund als vor 10 Jahren – erheblich zu gefährden. Die sich immer schneller drehende Lohnzusatzkostenspirale ist Gift für den Arbeitsmarkt und muss schnellstens angehalten werden. Jeder Arbeitsplatz zählt!“, sagte Wolfgang Drechsler.

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