Menü

Unternehmerverband Südhessen e.V.

Haus der Wirtschaft Südhessen
Rheinstraße 60
64283 Darmstadt

Postfach 11 01 64
64216 Darmstadt

06151 2985-0
pr.darmstadt@remove.this.uvsh.de

Hier finden Sie eine Anfahrtsbeschreibung samt Skizze: PDF Download

VhU Darmstadt und Südhessen zu den Arbeitsmarktzahlen im Juli 2018

Widuch: „Einige Jobcenter müssen Frühverrentungsstrategie beenden“ // Sackgasse Sozialer Arbeitsmarkt bei Kommunen und Wohlfahrtsverbänden meiden

31.07.2018

Darmstadt. Die Zahl der Arbeitslosen in Südhessen ist im Juli 2018 vor allem wegen der Sommerferien und damit saisonbedingt um 661 auf 19.673 gestiegen. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent.

„Für den anhaltenden Beschäftigungsrekord spielen die älteren Arbeitnehmer eine Schlüsselrolle. Noch nie waren so viele Ältere in Arbeit. Auch für ältere Langzeitarbeitslose war die Chance auf Beschäftigung noch nie so groß. Verschiedene Jobcenter in Hessen müssen aber ihre Vermittlungsstrategie überprüfen, weil sie Älteren kaum noch Jobangebote machen. So stempeln diese Jobcenter ältere Arbeitslose zu Frührentnern und schönen nebenbei ihre Arbeitslosenstatistik. Eine solche heimliche Fortsetzung der Frühverrentungspolitik darf es nicht geben“, sagte Dirk Widuch, Geschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. (VhU), Geschäftsstelle Darmstadt und Südhessen.

„Schaut man sich die Vermittlungsaktivitäten aller 26 hessischen Jobcenter für ältere Arbeitslose genauer an, wird deutlich, dass es riesige Unterschiede gibt. In den Jobcentern der Landkreise Odenwald, Lahn-Dill und Hersfeld-Rotenburg haben fast alle Arbeitslosen ab 58 Jahren innerhalb eines Jahres ein Arbeitsangebot erhalten. In der Stadt Kassel, dem Kreis Fulda, dem Main-Kinzig-Kreis, dem Main-Taunus-Kreis und dem Kreis Groß-Gerau ist hingegen die Hälfte der älteren Arbeitslosen oder sogar mehr mindestens ein Jahr ohne Angebot geblieben. Damit Langzeitarbeitslose in Beschäftigung kommen, dürfen die Jobcenter nicht lockerlassen: das heißt Jobangebote machen und Eigenanstrengungen einfordern", sagte Widuch.

Unter den rund 120.000 offenen Stellen in Hessen, davon rund 55.000 bei der Arbeitsverwaltung gemeldete, seien auch zahlreiche Angebote für Ungelernte. „Der vom Bundesarbeitsministerium geplante sog. soziale Arbeitsmarkt für Langzeitarbeitslose mit einer bis zu fünf Jahre subventionierten Beschäftigung könnte viele Langzeitarbeitslose in die Sackgasse einer Scheinbeschäftigung bei Kommunen und Wohlfahrtsverbänden führen. Deshalb sollte die Förderung deutlich verkürzt und die Zugangskriterien verschärft werden. Voraussetzung für die Teilnahme am Sozialen Arbeitsmarkt sollten nicht nur sieben Jahren Langzeitarbeitslosigkeit, sondern zusätzlich gesundheitliche Einschränkungen sein. Denn eine nach wie vor unbekannte, mutmaßlich aber nennenswerte Zahl der Langzeitarbeitslosen kann aus gesundheitlichen Gründen nur drei, vier oder fünf Stunden täglich arbeiten. Für diese Personengruppe ist die Rückkehr in Arbeit besonders schwer“, sagte Widuch.

Hintergrund: Erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die nach Vollendung des 58. Lebensjahres mindestens für die Dauer von zwölf Monaten Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende bezogen haben, ohne dass ihnen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung angeboten worden ist, gelten nach Ablauf dieses Zeitraums für die Dauer des jeweiligen Leistungsbezugs nicht als arbeitslos (§ 53a Abs. 2 SGB II).

Weiterführende Informationen: Arbeitslose 55 Jahre und älter und nichtarbeitslose erwerbsfähige Personen mit Sonderregelung für ältere Arbeitslose nach § 53a Abs. 2 SGB II in hessischen Jobcentern nach Landkreisen und kreisfreien Städten.


Zurück zur Übersicht

Aktuelles

Ihr Ansprechpartner

Reinhold Stämmler

Bereichsleiter Presse, Öffentlichkeitsarbeit, Gesellschaftspolitik

Diplom-Pädagoge

06151 2985-42
rstaemmler@remove.this.uvsh.de