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VhU-Darmstadt und Südhessen zu den Arbeitsmarktzahlen im Juli 2017

Drechsler: „Zu hohe Steuern und Beiträge verführen zur Schwarzarbeit“ / Einstieg in legale Beschäftigung nicht durch Überregulierung verhindern

01.08.2017

Darmstadt. Die Zahl der Arbeitslosen in Südhessen ist im Juli bedingt durch die Urlaubszeit um 689 auf 21.383 gestiegen. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 4,8 Prozent.
„Die weiterhin sehr gute Lage am Arbeitsmarkt sorgt erfreulicherweise auch dafür, dass die Schwarzarbeit immer weiter zurückgeht. In diesem Jahr voraussichtlich auf einen Anteil von rund 10 Prozent des Brutto-Inlandsprodukts. 2003 waren es noch fast 17 Prozent. Um die Schattenwirtschaft nachhaltig zurückzudrängen, brauchen wir auch weiterhin Kontrollen. Noch viel dringender sind aber bessere Rahmenbedingungen für legale Beschäftigung. Vor allem zu hohe Steuern und Beiträge verführen zur Schwarzarbeit“,
sagte Wolfgang Drechsler, Geschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. (VhU), Geschäftsstelle Darmstadt und Südhessen.

Zu hohe Lohnzusatzkosten verteuerten nicht nur legale Arbeitsplätze, sondern vergrößerten auch die Schere zwischen Brutto- und Nettoeinkommen der Arbeitnehmer. „In kaum einem OECD-Land ist die Belastung mit Steuern und Beiträgen so hoch wie in Deutschland. Leider hat es der Gesetzgeber bisher verpasst, hier für Entlastung zu sorgen. Stattdessen erhöhen teure Leistungsversprechen wie die Mütterrente und die Rente mit 63 den Druck auf die Beiträge weiter. Dies wird zurzeit noch durch die gute Wirtschaftslage kompensiert. Wir brauchen jetzt endlich strukturelle Reformen in der Sozialversicherung, um die Beiträge dauerhaft unter 40 Prozent halten zu können“, sagte Drechsler.

Nur wenn so viele Menschen wie möglich in Beschäftigung seien, könnten der Schwarzarbeit dauerhaft die Arbeitskräfte entzogen werden.
„Flexible Beschäftigungsformen wie die Zeitarbeit, Teilzeit und Befristungen haben einen großen Beitrag zur positiven Arbeitsmarktentwicklung der letzten Jahre geleistet. Sie ermöglichen auch Niedrigqualifizierten und Langzeitarbeitslosen einen einfachen Einstieg in legale Beschäftigung. Eine stärkere Regulierung dieser Beschäftigungsformen würde dazu führen, dass sich das Tor in legale Beschäftigung für viele schließt. Dadurch werden sie geradezu in die Schwarzarbeit oder weiteren Leistungsbezug gedrängt“, sagte Drechsler.

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