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VhU-Darmstadt und Südhessen zu den Arbeitsmarktzahlen im Februar 2018

Widuch: „Demnächst eine Million Frührentner, gleichzeitig sind offene Stellen immer schwerer zu besetzen – das passt nicht zusammen!“

28.02.2018

Darmstadt. Die Zahl der Arbeitslosen in Südhessen ist im Februar 2018 um 223 auf 20.927 gefallen. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 4,7 Prozent.
Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen liegt in Südhessen bei 6.228, in Hessen bei 50.000, zusammen mit nicht gemeldeten Stellen bei 100.000.
„Seit der abschlagsfreien Rente ab 63 rollt eine Frühverrentungswelle – in den nächsten Monaten werden wir in Deutschland die Millionenmarke überschreiten. Die Jungen zahlen hierfür die Rechnung und den Unternehmen fehlen die Arbeitskräfte. Frühverrentung und Arbeitskräftemangel passen nicht zusammen und müssen gestoppt werden. Wer erfreulicherweise immer länger Rente bezieht, muss hierfür entweder länger arbeiten oder Abschläge für eine Frührente akzeptieren“, forderte Dirk Widuch, Geschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. (VhU), Geschäftsstelle Darmstadt und Südhessen.

„Angesichts des hohen Personalbedarfs in allen Bereichen können wir es uns nicht länger erlauben, dringend benötigte Mitarbeiter mit Frühverrentungsanreizen aus dem Arbeitsmarkt zu führen. Seit 2014 sind deutschlandweit bereits über 900.000 Menschen – in Hessen rund 55.000 – vorzeitig in die abschlagsfreie Rente mit 63 bzw. 65 gegangen, in wenigen Monaten werden es über eine Million sein. Diese Arbeitnehmer fehlen jetzt in den Unternehmen und bei der Finanzierung der Sozialversicherungssysteme. Dies war und ist der größte arbeitsmarktpolitische Fehler der Großen Koalition und die größte Ungerechtigkeit gegenüber der jungen Generation, die für die Privilegierung einiger weniger älterer Jahrgänge zahlen sollen. Die Hessische Landesregierung sollte sich im Bundesrat dafür einsetzen, dass die abschlagsfreien Frührentenzugänge geschlossen werden, damit der Schaden für die Wirtschaft und die jüngere Generation nicht noch größer wird“, so der VhU-Geschäftsführer.

„Wie gravierend der Fachkräftemangel inzwischen ist, zeigt sich auch daran, dass die hessischen Unternehmen inzwischen im Durchschnitt 100 Tage länger als gewünscht nach geeigneten Bewerbern suchen müssen, 20 Tage oder ein Viertel länger als noch vor fünf Jahren. Vor allem technische Berufe wie die Mechatronik sowie das Handwerk und Baugewerbe sind von Fachkräfteengpässen betroffen. In Hessen wird es außerdem immer schwerer, Berufskraftfahrer sowie Softwareentwickler und Programmierer zu finden. Zu lange unbesetzte Stellen gefährden die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und damit letztlich auch die Arbeitsplätze der anderen Mitarbeiter“, sagte Widuch abschließend.

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