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Schulisches Engagement lohnt sich! - Unternehmerverbände Südhessen zeichnen Schulen für innovatives Handeln und Eigeninitiative aus

Selbstgesteuertes Lernen, digitale Lernunterstützung und MINT-Projekt erhalten Innovationspreis

15.03.2018

Die Innovationspreisträger 2018 wurden von Claus Lau (l.) und Jürgen Streit (3. von r.) im Rahmen der Jahresmitgliederversammlung der Unternehmerverbände Südhessen geehrt.

Darmstadt. Bereits zum 19. Mal verliehen die Unternehmerverbände Südhessen am 14. März 2018 die Preise im Gesamtwert von 6.000 Euro für den diesjährigen Innovationswettbewerb an südhessische Schulen. Unter dem Motto „Schule weiterdenken – Engagement lohnt sich“ wurden die Preisträger in einem zweistufigen Verfahren durch die Jury ermittelt.

„Wie wichtig ein leistungsstarkes Bildungssystem mit motivierten Akteuren ist, zeigen uns beispielhaft die Preisträger des Innovationswettbewerbs. Gesellschaftliche Transformationsprozesse und eine immer stärker vernetzte Wirtschaft sorgen für einen fundamentalen Wandel der Lern- und Arbeitswelt und verlangen nach zukunftsweisenden Ideen in der Bildungspolitik. Wir benötigen nachhaltige Bildungsinvestitionen und pädagogische Konzepte, die junge Menschen fit für die Berufswelt der Zukunft machen“, forderte Jürgen Streit, Vorsitzender des Unternehmerverbands Südhessen, bei der Ehrung der diesjährigen Preisträger im Rahmen der Jahresmitgliederversammlung der Unternehmerverbände in der Orangerie in Darmstadt.

Die Leuchtturmprojekte seien ein Beispiel für gelingende Persönlichkeits- und Kompetenzentwicklung in der Bildung. Durch authentische Einblicke und persönliche Lernerfahrungen fördern sie eine nachhaltige Bildungs- und Berufsorientierung, so Streit.

Zu den Preisträgern:

Mit dem Projekt „InSeL – Individualisierung und Selbstgesteuertes Lernen in der Oberstufe“ erreichte die Bertha-von-Suttner-Schule in Mörfelden-Walldorf den ersten Platz. Der zweite Sieger wurde das Projekt „MINT-Garage“ des Goethe-Gymnasiums in Bensheim. Platz drei belegte das berufliche Gymnasium der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule mit dem Projekt „Digitale Mikroelektronik“.

Zum Innovationswettbewerb für südhessische Schulen:

Seit dem Schuljahr 1999/2000 loben die Unternehmerverbände Südhessen den Innovationswettbewerb für südhessische Schulen aus. Bislang wurden über 270 Projekte eingereicht und Preisgelder in Höhe von 112.000 Euro vergeben. Die Beiträge werden jedes Jahr dokumentiert und den drei Staatlichen Schulämtern sowie allen südhessischen Schulen für deren pädagogische Arbeit zur Verfügung gestellt.

- Als Anlage finden Sie eine Kurzbeschreibung der drei ausgezeichneten Projekte -

Innovationswettbewerb 2017/18 für südhessische Schulen

1. Platz: „InSeL – Individualisierung und Selbstgesteuertes Lernen in der Oberstufe“
(Bertha-von-Suttner-Schule, Mörfelden-Walldorf)


An der Bertha-von-Suttner-Schule Mörfelden-Walldorf, einer integrierten Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe, lernen über 1.800 Schülerinnen und Schüler. Das Lehrerkollegium hat sich in einem breit angelegten Entwicklungsprozess darauf verpflichtet, Schülerinnen und Schüler mehr Selbstverantwortung für erfolgreiches Lernen zuzutrauen. Kern des Entwicklungsvorhabens ist ein Unterrichtskonzept, das selbstgesteuertes Lernen als grundlegendes Unterrichtsprinzip versteht und zugleich als Unterrichtsmethode nutzbar machen will. Die Schülerinnen und Schüler werden dabei auf dem Weg begleitet, ihren eigenen Lernprozess zunehmend selbstständig zu organisieren, zu beobachten und zu regulieren.

Mit InSeL-Unterricht wird die Selbstständigkeit der Lernenden gestärkt und ihre Eigenverantwortung für ihren individuellen Lernprozess in den Vordergrund gestellt. Dadurch übernehmen die Lernenden einen aktiven Part im Unterrichtsgeschehen und lernen zentrale Kernkompetenzen, über die sie in der Oberstufe wie auch im späteren universitären oder beruflichen Kontext verfügen müssen. Ziel ist es, Lernende auszubilden, die neben fachlichem Wissen über ein Instrumentarium an fachlichen und überfachlichen methodischen Kompetenzen verfügen und fähig sind, selbstständig und selbstgesteuert zu arbeiten. Dazu weisen die Lernenden ein hohes Maß an Selbstorganisation beispielsweise bezüglich Zeitplanung und Motivationsfähigkeit auf, nutzen Wissen und Erfahrungen über individuell sinnvolle Arbeits- und Lernformen und verfügen über Reflexionsfähigkeit, die ihnen ermöglicht, selbstständig reflektierte individuelle Ziele zu setzen, und die nach Bedarf eine Änderung und Umstellung des eigenen Lernprozesses erlaubt. Mit InSeL sollen die Lernenden befähigt werden, nicht nur die Schullaufbahn erfolgreich abzuschließen und Studierfähigkeit zu erlangen, sondern sich im Hinblick auf das Konzept des „lebenslangen Lernens“ auch im beruflichen Leben selbstbewusst unterschiedlichsten Anforderungen stellen zu können.

2. Platz: „MINT-Garage“ 
(Goethe-Gymnasium, Bensheim)


Am Goethe–Gymnasium werden rund 1.200 Schülerinnen und Schüler von ca. 120 Lehrerinnen und Lehrern in 27 Klassen und Kursen der gymnasialen Oberstufe unterrichtet.
Ziel des Projekts „MINT-Garage“ ist es, naturwissenschaftlich und technisch interessierten Schülerinnen und Schülern einen Raum außerhalb des Schulgebäudes zur Verfügung zu stellen, in dem sie auch außerhalb der Schulzeit Gleichgesinnte treffen und ihre MINT-Projektideen verwirklichen können.

Das Interesse der Schüler an Technik und Naturwissenschaften wurde gefördert und das Motto „Selber machen, eigene Ideen umsetzen, Unternehmer in eigener Sache sein, allein oder im Teamwork“, beispielhaft realisiert.

Die MINT-Garage als schulübergreifendes Projekt steht allen Bensheimer Schülern zur Verfügung.

In Zeiten von MINT-Fachkräftemangel und der fundamentalen Bedeutung von Forschung und Entwicklung für den Wirtschaftsstandort Deutschland im internationalen Wettbewerb, bildet die MINT-Förderung einen wichtigen Faktor für die Sicherung von Wachstum und Entwicklung. Allein bis zum Jahr 2020 gehen Umfragen von Wirtschaftsforschungsinstituten von einem Fachkräftebedarf von 1,5 Mio. in diesem Bereich aus.

3. Platz: „Digitale Mikroelektronik“
(Heinrich-Emanuel-Merck-Schule, Darmstadt)


Schülerinnen und Schüler des beruflichen Gymnasiums Elektrotechnik, der Fachoberschule Elektrotechnik und der Berufsschule Industrie erhielten vor den Sommerferien den Auftrag, nach eigener Wahl (und Rücksprache mit der Lehrkraft) ein komplexes mikroelektronisches System (ein sogenanntes „Embedded System“) im Elektroniklabor vollständig aufzubauen, messtechnisch zu untersuchen und eine Dokumentation zu erarbeiten, die auf dem Online-Portal der Schule veröffentlicht wird:

http://mikroelektronik.hems.de 

Am jährlichen Informationsabend des beruflichen Gymnasiums und der Fachoberschule für die Mittelstufenschulen (15.02.2018) wurde das Projekt dann abschließend den zukünftigen Schülerinnen und Schüler präsentiert und vorgestellt.

Die Schülerinnen und Schüler erweitern damit den Unterricht um zukunftsweisende Projekte der „Digitalisierung“. Kreative Projektideen werden von der Planung bis zur messtechnischen Untersuchung umgesetzt und allen Schülerinnen und Schüler der Schule zur Verfügung gestellt (Open Source). Für diese ist es dann Anregung, Orientierungshilfe, Lernhilfe und Förder-angebot für den zukünftigen Aufbau eigener Projekte.
Dabei sind verschiedene Schulformen gemeinsam an der Entwicklung von Projekten der „Digitalen Mikroelektronik“ beteiligt: Berufliches Gymnasium, Fachoberschule Elektrotechnik und Berufsschule Industrie-berufe.

In Zeiten digitalisierter und vernetzter Lern- und Lebenswelten profitiert damit die ganze Schulgemeinschaft von fächerübergreifenden Projekten, die neue Verbindungen schaffen, das Lehren und Lernen weiterentwickeln, den Einzelnen unterstützen und somit die Chancen und Perspektiven der Schüler verbessern.

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