Menü

Unternehmerverband Südhessen e.V.

Haus der Wirtschaft Südhessen
Rheinstraße 60
64283 Darmstadt

Postfach 11 01 64
64216 Darmstadt

06151 2985-0
pr.darmstadt@remove.this.uvsh.de

Hier finden Sie eine Anfahrtsbeschreibung samt Skizze: PDF Download

Risiken steigen – doch noch überwiegt Optimismus

Herbstumfrage bei den M+E-Unternehmen in Südhessen zeigt: Politik muss Verlässlichkeit und Planungssicherheit gewährleisten

11.11.2011

Die Ergebnisse der Herbst-Wirtschaftsumfrage 2011 stellten im Haus der Wirtschaft Südhessen auf einer Pressekonferenz den anwesenden Journalisten vor (linke Seite, v. l. n. r.): Oliver Stein, Vorstandsmitglied der Bezirksgruppe Darmstadt und Südhessen des Verbandes der Metall- und Elektro-Unternehmen Hessen e. V., Wolfgang Drechsler, Geschäftsführer des Verbandes der Metall- und Elektro-Unternehmen Hessen e. V., Bezirksgruppe Darmstadt und Südhessen, Dr. Albrecht Hallbauer, Vorsitzender des Vorstandes der Bezirksgruppe Darmstadt und Südhessen des Verbandes der Metall- und Elektro-Unternehmen Hessen e. V. und Gottlieb Hupfer (verdeckt), Vorstandsmitglied der Bezirksgruppe Darmstadt und Südhessen des Verbandes der Metall- und Elektro-Unternehmen Hessen e. V.

Darmstadt. Am bisher blauen Konjunkturhimmel in der südhessischen Metall- und Elektroindustrie bilden sich erste Eintrübungen mit spürbaren Verunsicherungen. So lässt sich das Ergebnis der Herbst-Chefumfrage von HESSENMETALL, Bezirksgruppe Darmstadt und Südhessen, bei 120 Mitgliedsunternehmen mit 32.000 Beschäftigten zusammenfassen. An der Befragung haben sich 66 Mitgliedsunternehmen mit rund 29.000 Mitarbeitern beteiligt – das sind 55 % der Verbandsmitglieder, bei denen 90,6 % der Mitarbeiter der verbandlich vertretenen Unternehmen angestellt sind. Gefragt wurde dabei nach der Beurteilung der allgemeinen Geschäftslage, den Auftragsbeständen und Investitionen sowie der Beschäftigungslage und dem Fachkräftebedarf.

Allgemeine Geschäftslage, Auftragsbestände und Investitionen

„Die wirtschaftliche Lage ist besser als das aktuelle Stimmungsbild“, erklärt Dr. Albrecht Hallbauer, Vorstandsvorsitzender der Bezirksgruppe Darmstadt und Südhessen von HESSENMETALL. Dies wird bei den Auftragsbeständen, den Exporten und der Investitionsbereitschaft der M+E-Unternehmen vor allem durch die Schuldenkrise und die unklare Gesamtsituation beeinflusst. In allen drei Bereichen lassen sich erste Rückgänge beobachten.

„Für die Unternehmen ist es deshalb wichtig, dass die Politik einen glaubwürdigen Lösungsweg geht, damit sich die Lage in der deutschen aber auch weltweiten Wirtschaft beruhigt. Nur wenn sich die Finanzen der EU-Mitgliedsstaaten aufhellen, kann der Export sein hohes Niveau halten“, sagt Gottlieb Hupfer, EnviroChemie GmbH.

Dennoch sind 56 % der Betriebe mit der aktuellen Geschäftslage mehr als zufrieden. Grundlage für diese Einschätzung sind die im letzten halben Jahr gestiegenen Auftragsbestände. Für 36 % der Unternehmen sind sie verhältnismäßig groß, 53 % bewerten sie mit ausreichend und nur 11 % als zu gering. Die positiven Effekte des ersten Halbjahrs haben sich bei 29 % der Unternehmen auch auf ein gesteigertes Investitionsverhalten ausgewirkt. Dass die Konjunktur aber an Schwung verliert, zeigt die Einschätzung der Unternehmen beim Blick auf das nächste Halbjahr: Hier rechnen 24 % der befragten Unternehmen mit einem schwächeren Auftragseingang und rund 20 % mit fallenden Umsätzen, jedoch nur jedes Fünfte mit steigenden Umsätzen.

Zurückzuführen ist diese Entwicklung vor allem auf die Eurokrise, die nicht nur die Finanzmärkte und Verbraucher, sondern auch die Unternehmer verunsichert. „Wenn selbst die Bundesregierung aufgrund der Schuldenkrise und schwächelnden Weltwirtschaft ihre Wachstumsprognosen für das kommende Jahr auf 1 % herunterkorrigiert, zeigt dies, wie stark die hiesigen Unternehmen betroffen sind“, so Hallbauer. Es sei deswegen für die weitere Entwicklung wesentlich, ob es der Politik gelinge, die gemeinsame Währung vor dem Scheitern zu retten und das Vertrauen der Märkte wieder herzustellen.

Beschäftigungslage – Tarifrunde 2012

Positiv ist, dass trotz des sich abschwächenden Wachstums gute Signale vom Beschäftigungsmarkt kommen. So ist die Mitarbeiterzahl im Vergleich zum Frühjahr 2011 leicht angestiegen und auch im kommenden Halbjahr soll die Zahl der Beschäftigten gehalten werden. „Noch profitieren die Arbeitnehmer also von der guten Auftragslage“, erklärt Wolfgang Drechsler, Geschäftsführer der Bezirksgruppe Darmstadt und Südhessen von HESSENMETALL.

„Doch jetzt brauchen die Unternehmen vor allem Planungssicherheit seitens der Politik sowie Flexibilität und Augenmaß in der Tarifgestaltung. Hier ist genau auf die Branche und die jeweiligen Rahmenbedingungen zu achten – denn selbst wenn es insgesamt mit der Wirtschaft noch bergauf geht, muss dies nicht für alle Wirtschaftszweige der Fall sein“, erklärt Drechsler. Für die Tarifrunde 2012 bedeute dies, bei stabilen und positiven Entwicklungen am Produktivitätsfortschritt orientierte Ergebnisse auszuhandeln. „Angesichts des gegenwärtigen Trends und der spürbaren Unwägbarkeiten gehen daher gewerkschaftliche Forderungen, wie die unbefristete Übernahme von Auszubildenden, schlichtweg an der Realität vorbei – unter anderem auch deswegen, weil nicht die Übernahme der Azubis, sondern die Rekrutierung ausreichend qualifizierter Bewerber das wesentliche Problem auf dem Ausbildungsmarkt ist“, betont Drechsler. „Auch Beschränkungen bei der Zeitarbeit sowie die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns lehnen wir entschieden ab. Angesichts der immer kürzeren konjunkturellen Wellen brauchen die Betriebe Flexibilität und keine Zwangsjacken.“

Fachkräftebedarf und demographischer Wandel

Weiterhin problematisch für die M+E-Industrie ist der Fachkräftebedarf, der unter anderem aufgrund des demographischen Wandels immer schwieriger gedeckt werden kann. „Offene Stellen können häufig nicht besetzt werden. Besonders bei Azubis, gewerblich-technischen Fachkräften und Akademikern ist die Situation schwierig“, fasst Oliver Stein, Donges SteelTec GmbH, die Lage der meisten befragten Unternehmen zusammen. „Grund für die Nichtbesetzung offener Ausbildungsstellen ist bei 60 % der Firmen aber überraschenderweise zumeist die zu geringe Qualifikation der Bewerber, weniger der Mangel an Bewerbungen.“

Vom spürbaren Arbeitskräftemangel im naturwissenschaftlich-technischen Bereich berichten 83 % der Unternehmen. Daher setzt die M+E-Industrie ihre Hoffnungen vor allem in die bessere Schulbildung und Berufsvorbereitung in der Schule, sowie die Weiterbildung von Mitarbeitern, um die Situation in den Griff zu bekommen.

Zurück zur Übersicht

Aktuelles

Ihre Ansprechpartnerin

Fabienne Bardonner, B.Sc.

Leiterin Kommunikation und Gesellschaftspolitik

06151 2985-42
fbardonner@remove.this.uvsh.de