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Industriepolitisches Leitbild für Darmstadt

Industrie und Wissenschaft geben der Stadt ein unverwechselbares Profil

08.12.2015

Beim Unterzeichnen des Industriepolitischen Leitbildes im Neuen Rathaus in Darmstadt (v.l.): Jürgen Planert, Jochen Partsch und Wolfgang Drechsler.

Darmstadt. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt, die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. (VhU), Geschäftsstelle Darmstadt und Südhessen, und der Deutsche Gewerkschaftsbund Region Südhessen (DGB) haben am 8. Dezember ein gemeinsames Industriepolitisches Leitbild für Darmstadt unterzeichnet. Netzwerke und Synergien zwischen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft stärken Darmstadt als innovativen und nachhaltigen Industrie- und Forschungsstandort.

„Mit der Weiterentwicklung des Industriepolitischen Leitbildes setzen die Stadt, die VhU und der DGB ein deutliches Zeichen pro Industrie und Produktion am Standort. Als Oberbürgermeister und Wirtschaftsdezernent bin ich der festen Überzeugung, dass es gerade der industrielle Kern ist, der mit Jobangeboten auf einem breiten Qualifikationsniveau zur sozialen Stabilität in unserer Stadt beiträgt und zugleich die Basis für unser wissens- und technologieorientiertes Profil bildet“, erklärte OB Jochen Partsch. Wirtschafts- und Wissenschaftsstandorte, welche die gesamte Wertschöpfungskette, also gerade auch die Produktion in Klein- oder Großserie, abbilden könnten, seien im internationalen Wettbewerb klar im Vorteil.

Durch die Novellierung des Leitbildes haben neue wichtige gesellschaftliche, ökologische und ökonomische Megathemen Eingang in das Papier gefunden. Dazu zählen beispielsweise der Nachhaltigkeitsbegriff, die Anforderungen des Klimawandels und der Energiewende, die Fachkräftethematik sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Mit dem Industriepolitischen Leitbild wollen wir außerdem auf die sozial- und wirtschaftspolitisch außerordentlich bedeutsame Zusammenarbeit von VhU und DGB hinweisen. Auch hier gelte es, kontinuierlich im Gespräch zu bleiben“, so Partsch weiter.

„Industrie und Wissenschaft werden auch in Zukunft in Darmstadt eine Schlüsselstellung einnehmen, weil sie der Motor für Innovation, Wachstum und Wohlstand sind“, sagte Wolfgang Drechsler, VhU-Geschäftsführer Darmstadt und Südhessen, anlässlich der Unterzeichnung im Neuen Rathaus. Es müsse ein Ziel sein, dass Darmstadt auch in Zeiten von Industrie 4.0 eine Spitzenrolle einnehme. Die Voraussetzungen hierfür seien hervorragend.

Industriepolitische Pflicht sei es, den Strukturwandel zu unterstützen. Industriepolitische Kür sei es, die richtigen Weichen für innovative und dynamische Branchen zu stellen und sich zu fragen:
Wodurch kann die wirtschaftliche Entwicklung effizient gefördert werden? Auch müsse man künftig weiter mit dem Pfund „Wissenschaft“ punkten. Nicht jede Stadt trage den Titel „Wissenschaftsstadt“ und könne auf eine solche Vielzahl an renommierten Hochschulen und Forschungseinrichtungen zurückgreifen. Hinzu komme, dass Darmstadt mit Esoc, Eumetsat und Cesah auf dem Gebiet der Luft- und Raumfahrt ein entscheidendes Alleinstellungsmerkmal habe. Diesen Standortvorteil gelte es zu nutzen und sichtbar zu machen. Denkbar wären zum Beispiel gemeinsame Mitmach-Angebote aller Wissenschaftseinrichtungen.

„Wir wissen um die Impulsfunktion des Industriestandorts Darmstadt für die gesamte Metropolregion Rhein-Main-Neckar“, betonte Drechsler. Kernpunkt des künftigen Dialogs zwischen Politik und Wirtschaft sei deshalb neben dem Standortmarketing vor allem eine zukunftsfähige Infrastruktur und der weitere Ausbau des Standortes. Es bedürfe effizienter Genehmigungsverfahren, weitere Impulse zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie, attraktiver Schulprofile sowie mehr dualer und berufsbegleitender Studiengänge. Wichtig seien aber auch „weiche“ Faktoren wie ausreichender Wohnraum, bezahlbare Mieten und attraktive Freizeitangebote. Mit Blick auf die anhaltenden Flüchtlingsströme sprachen sich sowohl die VhU, als auch Stadt und DGB für eine intensive und umfassende Unterstützung aus.

Für den DGB betonte Regionsgeschäftsführer Jürgen Planert, dass ‚Industriepolitik‘ einer der wichtigen inhaltlichen Schwerpunkte des DGB und seiner Gewerkschaften ist: „Die industrielle Produktion ist die Basis der gesellschaftlichen Wertschöpfung. Hier sind wir in Darmstadt mit einem breiten Branchenmix, der Zusammenarbeit mit Hochschulen und Wissenschaft und einer guten Vernetzung in der Metropolregion Rhein-Main-Neckar sehr gut aufgestellt. Davon profitieren auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“. Dieser Bereich steht allerdings vor einem Wandel, der tiefgreifende Auswirkungen auf die Arbeitswelt hat. Die Veränderungen, die damit einhergehen, können nur gemeinsam mit den Beschäftigten gestaltet werden. Das gilt ebenso für den Umstieg auf eine energie- und ressourceneffiziente Produktionsweise, die der Klimawandel erforderlich macht.

Für die Gewerkschaften sind deshalb faire Löhne, gute Arbeitsbedingungen und Beteiligungsmöglichkeiten unabdingbarer Bestandteil, der erfolgreichen Bewältigung dieser mit ‚Industrie 4.0‘ verbundenen Herausforderungen. Insbesondere gilt dies auch für die qualitative Weiterentwicklung der beruflichen Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Auch in diesem Kontext wird die Integration von Flüchtlingen in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt in den nächsten Jahren ein wichtiges Ziel und Handlungsfeld bleiben, wie auch die stärkere Einbeziehung bisher vom Bildungssystem nur unzureichend erreichter Gruppen (einkommensschwache, bildungsferne Familien etc.).

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