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Handeln statt Lamentieren: Gewerkschaften müssen sich neuen Realitäten öffnen

29.04.2011

Darmstadt. „Der 1. Mai, wie er heute von den Gewerkschaften begangen wird, ist nicht mehr zeitgemäß. Schon immer befand sich die Arbeitswelt im Wandel, schon immer fragten sich die Menschen, wie es gerechter zugehen kann. Auf diese Fragen fordern sie seit jeher Antworten und keine Demonstrationen, die bestenfalls die Bedeutung dieser Themen unterstreichen“, sagt Wolfgang Drechsler, Geschäftsführer der Bezirksgruppe Darmstadt und Südhessen von HESSENMETALL.
Besonders kritisiert er Demonstrationen, die nur anprangern, die keine substantiellen Lösungen bieten und allein dazu dienen, sich als politische Kraft zu positionieren. Wer für mehr Gerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt einstehe, der müsse dort ansetzen, wo die Ungerechtigkeit beginnt: im Bildungssektor. Die Situation von 1,5 Millionen jungen ungelernten Menschen und annähernd 60.000 Schülern, die jedes Jahr die Schule ohne Abschluss verlassen, dürfe nicht übersehen werden. „Denn die Höhe des Entgelts, die Suche nach Arbeitsplätzen und auch die Aufstiegschancen werden“, so Drechsler, „maßgeblich von dem vorher erreichten Bildungsabschluss bestimmt.“
„Diese Zusammenhänge sind allen gesellschaftlichen Gruppen bekannt. Anstatt nur zu reden, handeln die Arbeitgeber zum Beispiel mit weitreichenden und umfassenden Maßnahmen zur Ausbildungs- und Studienreifeförderung. Wenn sich die Gewerkschaften bei diesen Anstren¬gungen aktiv engagieren würden, wäre allen Beteiligten langfristig geholfen“, betont Drechsler.
Die Tatsache, dass in Gesellschaft und Wirtschaft die qualifizierten Arbeitskräfte ausgehen, die Arbeitsbedingungen und Anforderungen an die Arbeitnehmer steigen und in der Krise über 800.000 Stammarbeiter trotz fehlender Aufträge mit Hilfe flexibler Beschäftigungsformen gehalten werden konnten, wird schlichtweg ignoriert. Statt Zeitarbeit und Befristungen als wertvolle Türöffner in den Arbeitsmarkt und als Sprungbrett für viele Arbeitslose zu akzeptieren, werden diese Instrumente diffamiert und mit Verboten stranguliert. „Es ist höchste Zeit, dass auch die Gewerkschaften die Chancen, die die Arbeitsmarktreformen eröffnet haben zur Kenntnis nehmen und nicht wider besseren Wissens die Teilhabe von Menschen am Erwerbsleben diskreditieren“, fordert Drechsler.
Auch die Kritik an der Rente mit 67 zeige, dass die Gewerkschaften in alten Denkschablonen verharren. Wer für die Menschen die sozialen Sicherungssysteme erhalten will, der muss auch für Reformen sein, um die größer werdende Zahl von Rentnern zu finanzieren und zukunftsweisende Antworten für das Problem der Generationengerechtigkeit zu geben. „Das Bedürfnis nach Sicherheit haben sowohl Arbeitgeber und Arbeitnehmer. In unserer immer schneller werdenden und sich vernetzenden Welt kommt es jedoch“, so Drechsler, „immer mehr auf Flexibilität, Eigenverantwortung und Veränderungsbereitschaft an.“

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