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Große Bildungsaufgaben erfordern mehr Anstrengungen in der Bildungspolitik

Ganztagsschulen, Integration und Digitalisierung bestimmen das 37. Jahresgespräch der Arbeitskreise SCHULEWIRTSCHAFT Südhessen

06.07.2016

Darmstadt. „Für die großen schulischen Herausforderungen Integration, Digitalisierung und Ganztagsschulen muss die Politik mehr für Infrastruktur und Fortbildung der Fachkräfte tun“, fordert Reinhold Stämmler, Geschäftsführer der Arbeitskreise SCHULEWIRTSCHAFT Südhessen, beim 37. Jahresgespräch der Arbeitskreise am 6. Juli 2016 im Haus der Wirtschaft Südhessen.

Im vergangenen Schuljahr führten die Arbeitskreise 35 Lehrerfortbildungen mit 900 Teilnehmern und 23.000 Schülern entlang der Themen „MINT“, „Kompetenzerwerb“ sowie „Studien- und Berufsorientierung“ durch – und das in Kooperation mit 50 Institutionen. Besonders nachgefragt war 2015/16 der Nawi-Fachtag bei Merck.

Stämmler nutzte das Jahresgespräch, um fünf langjährige Mitglieder aus dem Leitungsteam der Arbeitskreise zu verabschieden und ihnen für ihre wertvollen Impulse zur Verbesserung der Bildungsqualität in Südhessen zu danken. Insgesamt haben sie über sieben Jahrzehnte ehrenamtliche Bildungsarbeit geleistet.

Namentlich sind das:
-    Mechthild Hopfe (Alexander-von-Humboldt-Schule, Rüsselsheim),
-    Ursula Krell (Alfred-Delp-Schule, Dieburg),
-    Horst Schad (Berufliches Schulzentrum Odenwaldkreis, Michelstadt),
-    Evelyn Schrader (Max-Planck-Schule, Groß-Umstadt),
-    Franz Zoth (Max-Planck-Schule, Groß-Umstadt).

Anschließend präsentierte Kim Damer, Schülerin der Klasse 9 d der Martin-Luther-Schule Rimbach, ihr Projekt „Experimentiernachmittag für Flüchtlinge“. Bereits im März 2016 wurde sie dafür beim Innovationswettbewerb der Unternehmerverbände für südhessische Schulen mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Ziel des Projekts war es, Flüchtlingskindern mit Hilfe von Fachlehrern und „Tandem-Partnern“ aus der 9. Klasse einen Einblick in den naturwissenschaftlichen Unterricht eines deutschen Gymnasiums zu geben und ihnen zugleich einfache Mitmachexperimente anzubieten.

Mit Ganztagsschulen und der Frage, ob sie zu mehr Chancengerechtigkeit und Bildung führen, beschäftigte sich im Jahresgespräch Prof. Dr. Ludwig Stecher, Geschäfts-führender Direktor des Instituts für Erziehungswissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Die Erwartungen an die Ganztagsschule seien vielfältig, so Stecher in seinem Vortrag. Sie sollen nicht nur die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessern, sondern Bildungsnachteile ausgleichen und gezielt einzelne Schüler, vor allem aus sozial benachteiligten Schichten, fördern.

In den vergangenen zehn Jahren sei der Ausbau der Ganztagsschulen weit vorangeschritten. In amtlichen Statistiken werde mehr als jede zweite Schule in Deutschland als Ganztagsschule geführt. An diesen Schulen nehme im Durchschnitt die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler am Ganztagsbetrieb teil.

Die reine Teilnahme an Ganztagsangeboten habe laut Stecher keine schulleistungs-fördernde Wirkung, wenn man alle Schülergruppen zusammen betrachte. Jedoch lasse sich bei einzelnen Schülergruppen, wie etwa Kindern mit Migrationshintergrund und Kindern aus bildungsfernen Familien, eine positive Wirkung nachweisen.

Insofern scheine die Ganztagsschule durchaus ein Instrument zum Abbau von Bildungsungleichheiten zu sein. Stecher warnte aber gleichzeitig vor daraus  abgeleiteten, überzogenen Erwartungen an Ganztagsschulen.

Mit Blick auf das kommende Schuljahr sagte Stämmler am Ende der Veranstaltung: „Wir werden uns weiter intensiv mit den Themen Anschlussfähigkeit der Schüler, Bildungsqualität und Digitalisierung beschäftigen. Dabei wird es darauf ankommen, den Spagat zwischen fachlicher Weiterentwicklung und neuen gesellschaftlichen Aufgaben zu meistern.“

v.l.n.r.: Kim Damer (Preisträgerin Innovationswettbewerb), Reinhold Stämmler (Leiter Presse, Öffentlichkeitsarbeit, Gesellschaftspolitik Unternehmerverbände Südhessen), Ursula Krell (Schulleiterin Alfred-Delp-Schule, Dieburg), Horst Schad (Berufliches Schulzentrum Odenwaldkreis, Michelstadt), Prof. Dr. Ludwig Stecher (Geschäftsführender Direktor des Instituts für Erziehungswissenschaft, Universität Gießen), Karin Lehmann (Koordinatorin Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT Südhessen)
Referent Prof. Dr. Ludwig Stecher

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