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VhU: Flüchtlinge erfordern Perspektivwechsel

29.09.2015

Darmstadt. „Für Arbeitsmarkt und Gesellschaft ist die Integration so vieler Menschen aus fremden Kulturen, fast durchweg ohne Deutschkenntnisse und Berufsqualifikation, eine riesige Aufgabe. Es kann eine große Chance werden, wenn wir vieles besser machen als in der Vergangenheit. Dazu brauchen wir aber einen Perspektivwechsel von „Willkommensromantik“ oder „Das Boot ist voll‘-Rhetorik hin zu klugen, pragmatischen und alltagstauglichen Lösungen“, sagte Wolfgang Drechsler, Geschäftsführer der VhU-Geschäftsstelle.

Die südhessische Wirtschaft ist bereit, für eine Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen in die Arbeitswelt ihren Beitrag zu leisten. Gefragt seien die rasche Einbindung in Bildung und Arbeit, die Verpflichtung der Bleibeberechtigten auf unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung, religiöse Toleranz sowie die Gleichberechtigung von Mann und Frau.

„Der anhaltende Zustrom von Menschen fordert uns auf drei Handlungsfeldern: Zunächst eine herzliche Aufnahme und gute Erstversorgung. Dann die Unterscheidung zwischen Menschen mit Asylgrund und Wirtschaftszuwanderern aus wirtschaftsschwachen, aber friedlichen Ländern wie dem Westbalkan. Und schließlich die um ein Vielfaches größere Herausforderung, diejenigen zu integrieren, die hier bleiben können“, so Drechsler.

Die Wirtschaft werbe schon lang für eine gesteuerte Zuwanderung von Menschen mit Qualifikationen, die wir hier am Arbeitsmarkt brauchen. In der aktuellen, ungesteuerten Wanderungsbewegung befänden sich aber neben vielen Kriegsflüchtlingen auch viele Wirtschaftszuwanderer. Deren Asylgesuch muss abgelehnt werden. „Allerdings sollten Zugewanderte mit guter Ausbildung - gerade für Mangelberufe - die Chance erhalten, parallel zu ihrem Asylverfahren eine Arbeitserlaubnis zu beantragen“, forderte Drechsler.

Für den erheblichen Anteil Geringqualifizierter unter den Zuwanderern wiederum müssen die  Unterstützungsmaßnahmen erfolgreicher werden. Denn schon seit vielen Jahrzehnten sei es für Geringqualifzierte und Langzeitarbeitslose schwer, in Arbeit zu kommen oder zu bleiben. Deshalb  müsse der Gesetzgeber Hindernisse aus dem Weg räumen und keine neuen produzieren.

Weitere Regulierungen, etwa bei Zeitarbeit oder Werkverträgen, verböten sich in dieser Situation.
Die Ausnahmen vom überhöhten gesetzlichen Mindestlohn müssen erweitert werden, etwa bei Langzeitarbeitslosen von sechs auf zwölf Monate. Eine neue Ausnahme sollte für Geringqualifizierte mit fehlenden oder geringen Deutschkenntnissen eingeführt werden, und zwar unabhängig vom Flüchtlingsstatus.


Das vollständige VhU-Positionspapier „Arbeit und Ausbildung für Asylsuchende erleichtern – aber auch Rückkehr von abgelehnten Antragstellern in die Heimatländer durchsetzen“ finden Sie  hier.


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