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Drechsler: „Keine Fesseln für die Zeitarbeit“

18.02.2011

Darmstadt. „Die Zeitarbeit hat ihre Daseinsberechtigung schon deutlich bewiesen. Nicht nur bei der schnellen Bewältigung der Wirtschaftskrise, sondern insbesondere bei der erfolgreichen Integration von Arbeitslosen und Geringqualifizierten“, sagt Wolfgang Drechsler, Geschäftsführer der Bezirksgruppe Darmstadt und Südhessen des Verbandes der Metall- und Elektro- Unternehmen Hessen e.V.
Das Erfolgsmodell der Zeitarbeit im Hochlohnland Deutschland in Frage zu stellen, nähme der Wirtschaft die Flexibilität im Beschäftigungsaufbau. Damit wird vor allem Langzeitarbeitslosen und Geringqualifizierten die Chance auf einen erfolgreichen Einstieg in den regulären Arbeitsmarkt zunichte gemacht.
Untersuchungen in Deutschlands größter Branche, der Metall- und Elektro-Industrie, zeigen, dass Zeitarbeit die Stammbelegschaft ergänzt und nicht ersetzt.
Bis Ende 2010 hatte die Zeitarbeit mit 900.000 Arbeitnehmern über alle Branchen bundesweit nur einen Anteil von 2-3 Prozent aller Beschäftigten.
Mit Hilfe der Zeitarbeit werden stattdessen Konjunktur- und Auftragsschwankungen aufgefangen. Dies ergab eine Umfrage bei 120 hessischen Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie im Herbst vergangenen Jahres. Durch den Einsatz von Zeitarbeitern wollten 63 Prozent der Unternehmen „Auftragsspitzen abfangen“, 51 Prozent „kurzfristige Personalausfälle lösen“ und lediglich 8 Prozent „Kosten senken“.
„Die Zeitarbeit ist für jeden Fünften der Betroffenen das Sprungbrett für einen erfolgreichen Einstieg in den Arbeitsmarkt und keine Leihbörse für unentgeltliche Arbeitsleistung“, stellt Drechsler fest. Denn neben ihrem Lohn erwerben insbesondere Langzeitarbeitslose hier auch Berufserfahrungen, die ihre Festanstellungschancen erhöhen.
Zeitarbeit führt daher nicht in die Abhängigkeit von Harz IV, wie immer wieder behauptet, sondern eröffnet den Weg aus der Abhängigkeit vom Staat heraus. Über 90 Prozent der Zeitarbeiter werden tarifgerecht bezahlt.
Auch die Arbeitgeberseite kann sich einen Mindestlohn für die Zeitarbeit vorstellen, um diese vor Lohndumping aus den Beitrittsländern der EU zu schützen. Am Grundsatz, dass der Lohn sich an der Arbeitsaufgabe ausrichte und nicht an der Familiengröße oder anderen sozialen Faktoren, müsse aber festgehalten werden.
Die pauschale Forderung „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ ignoriere, dass Zeit¬arbeitnehmer und Stammbelegschaften nicht die gleiche Produktivität haben.
Letz¬tere sind über Jahre im Betrieb und verfügen über viel Routine, während Zeitar¬beit¬nehmer mitunter nur wenige Tage im gleichen Unternehmen arbeiten und auch in überlassungsfreien Tagen vergütet werden.
„Wer die Zeitarbeit einseitig für politische Ziele instrumentalisiert und ihre wertvolle Brückenfunktion für den Arbeitsmarkt und die Arbeitslosen ignoriert, schwächt den Standort Deutschland“, resümiert Drechsler. „Diesem wertvollen Instrument sollten daher keine Fesseln angelegt werden.“

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