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Bildungspartnerschaften: Stand und Perspektiven

10.11.2015

Der Referent Prof. Dr. Uwe Faßhauer (Bildmitte) mit Teilnehmern des Workshops "Bildungspartnerschaften" am 9. November 2015 im Haus der Wirtschaft Südhessen. (Foto: Claus Völker)

Darmstadt. „Schon heute kooperieren zwanzig Prozent der südhessischen Schulen mit Unternehmen. Bildungspartnerschaften vernetzen nicht nur unterschiedliche Institutionen, sondern helfen auch bei der Gewinnung von Azubis und dual Studierenden. Wir verstehen uns als Impulsgeber, Türöffner und Unterstützer, um Erstkontakte herzustellen oder vorhandene Kontakte auszubauen", sagte Reinhold Stämmler, Geschäftsführer der Arbeitskreise SCHULEWIRTSCHAFT Südhessen.

Der Workshop „Bildungspartnerschaften“ begann am 9. November 2015 mit einem Impulsvortrag von Prof. Dr. Uwe Faßhauer, Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd, im Haus der Wirtschaft Südhessen über „Bildungspartnerschaften zur Berufsorientierung in Baden-Württemberg: Stand und Perspektiven“.

In Baden-Württemberg wird im Kontext eines landesweiten „Bündnisses zur Stärkung der beruflichen Ausbildung und des Fachkräftenachwuchses“ angestrebt, dass jede weiterführende allgemeinbildende Schule mindestens eine Bildungspartnerschaft mit einem Unternehmen eingeht. Die dortigen Schulen organisieren gemeinsam mit den Partnerbetrieben Pflichtpraktika, Betriebsbesichtigungen und Bewerbungstrainings. Darüber hinaus werden in einigen Schulen freiwillige Praktika organisiert, Ausbildungsbotschafter eingesetzt, “Boys & Girls‘ Days“ gemeinsam durchgeführt sowie, in Einzelfällen, Lerneinheiten im Partnerbetrieb umgesetzt.

Das Fazit von Prof. Dr. Faßhauer lautete: „Verbindliche Bildungspartnerschaften stärken die Berufsorientierung. Aber bei diesen Kooperationen sind formalisierte Verantwortungs-Zuschreibungen durch die Benennung von Ansprechpartnern hilfreich.“ Vor allem auf Seiten der Schulen seien Bildungspartnerschaften häufig noch vom persönlichen Engagement Einzelner abhängig. Dabei können funktionierende Bildungspartnerschaften sowohl bei der Umsetzung der „Leitperspektive Berufsorientierung“, als auch des neuen Faches „Wirtschaft/ Berufs- und Studienorientierung“ (ab 2016 für Schulen der Sekundarstufe-I in Baden-Württemberg) helfen.

Anschließend wurden sieben Praxisbeispiele von südhessischen Unternehmen und Schulen in verschiedenen Bereichen genannt: Technikunterricht zum Anfassen, Umweltfragen pädagogisch bearbeiten, Traumreise zur Persönlichkeitsbildung, Mechatronik erleben, Eignungsfeststellung, "Schüler entdecken Wirtschaft" sowie "Ausbildungswerkstatt - Brücke zwischen Theorie und Praxis".

Stimmen zu „Bildungspartnerschaften“:

Jürgen Krell, Schulleiter, Eleonorenschule, Darmstadt:
„Die Öffnung der Schule durch Kooperationen ist im Laufe der letzten Jahre für Schüler von immer größerer Bedeutung geworden. Wenn sich dann aus mehr oder weniger zufälligen Kooperationen feste Bildungspartnerschaften entwickeln, kann meine Schule mit den entsprechenden Firmen bzw. Institutionen verlässlich zusammenarbeiten. Dies empfinde ich als unschätzbaren Vorteil bei Vorhaben, die ich nachhaltig an meiner Schule implementieren möchte.“

Reinhard Pfeifer, Ausbildungsleiter, Sirona Dental Systems GmbH, Bensheim:
„Bildungspartnerschaften sind für uns ein wichtiger Baustein zur Optimierung unseres Prozesses der Besetzung unserer Ausbildungs- und Studienplätzen. Stellvertretend sind hier „I AM MINT“ und Schülerpraktika zu nennen. Denn je besser die Schüler informiert sind, desto sicherer können sie eine Entscheidung für die „richtige“ Ausbildung treffen.“

Rainer Guss, Schulleiter, Immanuel-Kant-Schule, Rüsselsheim:
"Zu den Leitbildern unserer Schule gehört die systematische Vorbereitung der Schüler auf Studium und Beruf. Durch die intensive Verzahnung mit der Wirtschaft haben wir beste Voraussetzungen geschaffen, damit die Jugendlichen unserer Schule bereits frühzeitig an Modelle und Inhalte der Arbeitswelt, wie z.B. Technikthemen und technische Berufsfelder, herangeführt werden."

Michael Schmidt, Technische Berufsausbildung/ Bewerbermarketing,
Adam Opel AG, Rüsselsheim:

„Bildungspartnerschaften sind ein wichtiges Element, um eine nachhaltige Zusammenarbeit mit Schulen zu etablieren. Nicht nur die Handlungskompetenzen der Schüler werden gestärkt, vielmehr können sie später konkret ihre Berufswahl vorantreiben und ihre Fähigkeiten besser einschätzen.“

Markus Rostock, Ausbildung Marketing & Support, Merck KGaA:
„Den „richtigen“ Beruf zu finden, ist für Schüler mindestens genauso schwer wie für Unternehmen, den „richtigen“ Azubi zu finden. Eine frühzeitige Unterstützung kann Schülern dabei helfen, eine geeignete Wahl für sich zu treffen und auch Vorurteile gegen bestimmte Wege abzubauen. Deshalb möchten wir möglichst früh und zielgruppenorientiert unsere Hilfe anbieten. Bildungspartnerschaften sind uns nicht nur unter dem Aspekt der Sicherung des eigenen Fachkräftebedarfs ausgesprochen wichtig, sondern auch für die Stärkung der Infrastruktur sowie für die persönliche Entwicklung der Schüler von Bedeutung. Das Engagement muss hier über das eigene Unternehmen hinausgehen, um den Übergang Schule-Beruf so reibungslos wie möglich zu gestalten. Durch gute partnerschaftliche Arbeit kann hier ein vielversprechendes Fundament gelegt werden."

 

 

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