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Bildung braucht verlässliche Bildungsstandards, solides schulisches Wissen und Neugier

Erfolgsgeschichte 40 Jahre Arbeitskreise SCHULEWIRTSCHAFT Südhessen wird fortgesetzt // Josef Kraus fragt „Qualität statt Quote – Welche Bildung brauchen wir?“

06.06.2018

Josef Kraus, Reinhold Stämmler, Dr. Thomas Koppe, Hans Dieter Speier, Ruth Leidinger mit den Innovationspreisträgern der Bertha-von-Suttner-Schule Mörfelden-Walldorf (v.l.n.r.) beim Jahresgespräch "40. Jahre SCHULEWIRTSCHAFT" am 6. Juni 2018.

Darmstadt. „Das Ziel einer zukunftsweisenden Bildungspolitik muss es sein, Heranwachsende so zu befähigen, dass sie eigene Wege gehen und Erfolg im Berufsleben finden können. Dies verbessert ihre Entwicklungschancen, die besonders dann gegeben sind, wenn sie sich auf die Qualität ihrer erreichten Schulabschlüsse verlassen können. Wichtig ist daher, dass Schulen verbindliche Bildungsstandards, solides Wissen, unterstützende Sozialkonzepte und hohe Qualitätsansprüche verbindlich umsetzen und auch digitales Lehren und Lernen nachhaltig fördern“, forderte Reinhold Stämmler, Geschäftsführer der Arbeitskreise SCHULEWIRTSCHAFT Südhessen, in seinem Geschäftsbericht anlässlich des Jahresgesprächs zu 40 Jahre Arbeitskreise am 06. Juni 2018 im Haus der Wirtschaft Südhessen in Darmstadt.

Stämmler gab einen Einblick in das 40-jährige Bestehen der Arbeitskreise, die kontinuierlich ihre Bildungsangebote erweitert haben und heute als nachgefragte Marke für Lehrerfortbildung und Bildungsvernetzung bei den südhessischen Schulen, Hochschulen und Unternehmen etabliert sind. Idee der Arbeitskreisgründung im Schuljahr 1977/78 war, die damalige Distanz zwischen Bildungs- und Beschäftigungssystem zu überwinden und das steigende Interesse von Lehrkräften und Unternehmen an einer gelingenden Berufsvorbereitung von Schülern in Südhessen zu unterstützen. Die Arbeitskreise Südhessen bildeten deshalb eine innovative Plattform für den Erfahrungsaustausch zwischen Fach- und Führungskräften aus dem Bildungssystem und der Wirtschaft. Im Mittelpunkt standen gesellschaftspolitische, ökonomische und technologische Themen, aber auch Fragen zur Personal- und Schulentwicklung sowie zur Berufs- und Studienorientierung, die für Lehrkräfte, Schulen, Hochschulen und Unternehmen gleichermaßen wichtig waren. Die 40-jährige Bildungsbilanz der Arbeitskreise SCHULEWIRTSCHAFT Südhessen ist geprägt durch 1.250 Fortbildungen von 600 unterschiedlichen Anbietern. Nutznießer waren 31.000 Teilnehmer, die rund 90.000 Weiterbildungsstunden absolvieren konnten.

„Insgesamt sind die Fortbildungsprogramme mehr als die Summe von Betriebserkundungen, Vorträgen, Managementseminaren, Berufsorientierungsprojekten, MINT-Vertiefungen, Publikationen, Bildungspartnerschaften, Wettbewerben, Umfragen oder Workshops. Mit ihrem Zukunftsprogramm Bildung sind sie die Erfolgsgeschichte einer innovativen Bildungsvernetzung auf Augenhöhe. Diese ist geprägt durch Vision und Leitlinien, die für Qualität, Teilhabe, Zukunftssicherung und Nachhaltigkeit stehen“, sagte Reinhold Stämmler.

Der ehemalige Präsident des Deutschen Lehrerverbandes und Oberstudiendirektor a.D. Josef Kraus kritisierte in seinem Vortrag „Qualität statt Quote – Welche Bildung brauchen wir?“, die Fokussierung der Bildungspolitik auf Quoten:
„Bildungspolitik und Bildungswissenschaften stehen mehr und mehr unter dem Diktat von Quoten: Abiturientenquote, Einser-Abitur-Quote, Studierquote, Akademikerquote, Inklusionsquote, Digitalisierungsquote, Ganztagsschulquote usw. Die Fragen nach Qualität, Leistung und Bildungsinhalten geraten damit in den Hintergrund, selbst wenn die Schulnoten inflationär immer besser werden. Zeugnisse werden damit freilich immer mehr zu ungedeckten Schecks.“

Im Rahmen der Veranstaltung präsentierten Lehrkräfte und Schüler der Bertha-von-Suttner-Schule Mörfelden-Walldorf, ihr Projekt „InSeL – Individualisierung und Selbstgesteuertes Lernen in der Oberstufe“. Bereits im März 2018 wurden sie hierfür mit dem 1. Platz des Innovationswettbewerbs der Unternehmerverbände Südhessen ausgezeichnet. Ziel des Projekts ist ein Unterrichtskonzept, das selbstgesteuertes Lernen als grundlegendes Unterrichtsprinzip versteht und zugleich als Unterrichtsmethode nutzbar machen will. Die Schülerinnen und Schüler werden dabei auf dem Weg begleitet, ihren eigenen Lernprozess zunehmend selbstständig zu organisieren, zu beobachten und zu regulieren. Mit InSeL-Unterricht wird die Selbstständigkeit der Lernenden gestärkt und ihre Eigenverantwortung für ihren individuellen Lernprozess in den Vordergrund gestellt.

„Das Leuchtturmprojekt verknüpft beispielhaft eine qualitative Kompetenz- und Persönlichkeitsentwicklung in der Bildung. InSeL steht für Rahmenbedingungen in der Schule, die Ressourcen, Differenzierungen und individuelle Förderungen schaffen und im Unterricht praxisorientierte Bezüge zur Lern- und Arbeitswelt der Kinder und Jugendlichen herstellen“, resümierte Reinhold Stämmler.

In seinem Impulsbeitrag ‚Bildung und Neugier – Unsere Chancen‘ hob Dr. Thomas Koppe, Head of Learning Germany bei der Merck KGaA, die Innovationskraft der Neugier als Grundlage für gesellschaftlichen Fortschritt hervor:
„Neugier – die Lust am Erforschen und Entdecken – ist eine Eigenschaft, die wir oft nur mit Künstlern, Erfindern, Philosophen und Wissenschaftlern in Verbindung bringen. Neugier bringt uns aber alle weiter, um mit der daraus resultierenden Bildung unser Leben autonom und individuell gestalten zu können.“

Für rund 10-jähriges Engagement im Leitungsteam der Arbeitskreise Schule Wirtschaft Odenwaldkreis wurde Ruth Leidinger wertgeschätzt. „Sie hat als Lehrkraft sich nicht nur regional, sondern auch hessenweit für die Vermittlung einer qualitativen naturwissenschaftlichen Bildung eingesetzt. In zahlreichen Fachbüchern, handlungsorientierten Fortbildungen und themenbezogenen Betriebserkundungen hat sie Lehrkräften, aber auch Schülerinnen und Schülern Einblicke in die faszinierende Welt von Natur und Technik in Schule und Betrieben vermittelt“, sagte Stämmler in seinen Dankesworten.

Darüber hinaus dankte Stämmler allen Arbeitskreisleitern für die sehr gute langjährige Zusammenarbeit und betonte, dass die erfolgreiche Arbeit der Arbeitskreise mit dem Programm 2018/2019 unter neuer Leitung von Anke Blitz in bewährter Zusammenarbeit mit Karin Lehmann auch im nächsten Schuljahr fortgesetzt wird.

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