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Die „Arbeitswelt von morgen“ gemeinsam gestalten

Das 11. Darmstädter Forum für Arbeitsrecht und Personalmanagement setzte sich mit der Digitalisierung auseinander. Deutschland braucht dringend eine langfristige industriepolitische Zukunftsstrategie. Insbesondere das Arbeitsrecht bedarf einer Neuauflage.

09.06.2016

v.l.n.r.: Wolfgang Drechsler (Unternehmerverband Südhessen e.V.), Armin Schild (N3tzwerk "Zukunft der Industrie"), Dirk Widuch (Unternehmerverband Südhessen e.V.), Holger Frank (Sanner GmbH), Thomas Pein (Merck KGaA). Foto: Markus Eichelmann

Darmstadt. „Daten und Algorithmen bestimmen unser Leben. Angesichts der globalen Konkurrenz muss heute jeder flexibel, schnell und gut vernetzt sein - und das trotz steigender Informationsflut und Komplexität“, stellte Wolfgang Drechsler, Geschäftsführer der Unternehmerverbände Südhessen, bei der Eröffnung des 11. Darmstädter Forums für Arbeitsrecht und Personalmanagement am 8. Juni 2016 im Haus der Wirtschaft Südhessen fest.

Im Mittelpunkt standen Fragen zur „Arbeitswelt von morgen“. Wie beeinflusst die Digitalisierung schon jetzt unsere Arbeitsbeziehungen und Werte? Mit welchen Ideen und Konzepten reagieren Unternehmen in Südhessen auf die vierte industrielle Revolution? Und was können Politik, Verbände und Gewerkschaften tun, damit Deutschland seine bisherige Vorreiterrolle als starke Industrienation nicht verliert?

Die Unternehmen und Regionen in Deutschland seien bislang unterschiedlich gut auf die Digitalisierung vorbereitet. In Großräumen wie München, Stuttgart, Nürnberg und Darmstadt-Frankfurt sei die IT-Branche derzeit ein Innovationstreiber und Wachstumsmotor. Hier stelle sich weniger die Frage nach schnellem Internet, guter Infrastruktur und Lernbereitschaft in den Unternehmen, sondern viel eher die Fachkräftethematik.

Als positive Beispiele in der Region Darmstadt und Südhessen hob Drechsler das neu geschaffene „Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0“ und das „Merck Innovation Center“ hervor. Letzteres sei Innovationstreiber und Katalysator für den kulturellen Wandel innerhalb eines Unternehmens. Es fördere den Erfindergeist der Mitarbeiter und ermögliche Innovationen durch eine Mischung aus modernem Arbeitsumfeld, flexiblen Organisationsformen und fließenden Prozessen, gepaart mit Neugier, Offenheit und Teamarbeit.

In den Beiträgen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft und auch in der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass Deutschland sich nicht auf seinen Lorbeeren als Industrienation ausruhen darf. Andere Länder holen bei der Automatisierung und Digitalisierung schnell auf. „Deutschland muss sich in der Industriepolitik eine langfristige Zukunftsperspektive auf der Basis einer offensiven Internationalisierungsstrategie erarbeiten. Die Arbeitswelt von morgen darf dabei aber nicht durch neue Hürden beim Datenschutz und Arbeitsrecht belastet werden“, sagte Drechsler.

Statements der Referenten des 11. Darmstädter Forums

Armin Schild, Geschäftsführer des N3tzwerks „Zukunft der Industrie“, Berlin:
„Angesichts der strukturellen Wandlungsprozesse, die durch die Digitalisierung drastisch beschleunigt werden, muss die Industriepolitik neu ausgestaltet werden, damit die Industrie in Zukunft ein starker Kern unserer Wirtschaft bleibt. Dies kann nur im Dialog zwischen allen relevanten Partnern funktionieren. Mit dem Bündnis "Zukunft der Industrie" gibt es eine gemeinsame Plattform, um den Industriestandort Deutschland nachhaltig modern zu gestalten.“

Holger Frank, Vorsitzender der Geschäftsführung der Sanner GmbH, Bensheim:
„Die Weiterentwicklung der Industrialisierung, bekannt unter dem Schlagwort Industrie 4.0, wird die Arbeitswelten in der Fertigung nachhaltig ändern. Bei der Sanner GmbH entstehen bereits neue Berufsbilder. Auch die Auswahl der Ausbildungsberufe hat sich in den letzten Jahren spürbar verändert. Letztlich obliegt es aber dem Unternehmer, die Industrie 4.0-Relevanz für sein Unternehmen zu prüfen und die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen.“

Thomas Pein, Head of Employment Policies, Merck KGaA, Darmstadt:
„Flexibilität und Vertrauen sind der Schlüssel zum Erfolg in der sich verändernden Arbeitswelt.“

Prof. Dr. Ralph Bruder, Leiter des Instituts für Arbeitswissenschaft, Technische Universität Darmstadt: „Als Folge der zunehmenden Digitalisierung in allen Lebensbereichen haben sich auch Arbeitsbedingungen bei vielen Tätigkeiten bereits massiv verändert bzw. es sind starke Veränderungen zu erwarten. Die Abhängigkeit von technischer Unterstützung hat zugenommen und es kommt zu neuen Formen der Mensch-Technik Kooperation. Die Frage der Akzeptanz des gleichberechtigten Zusammenwirkens von Mensch und Technik ist dabei von großem Interesse für die erfolgreiche Etablierung von Mensch-Technik Kooperationen.“

Dirk Widuch, Fachanwalt für Arbeitsrecht und Leiter der Rechtsabteilung, Unternehmerverbände Südhessen, Darmstadt: „Wir brauchen dringend ein großes „Upgrade“ im Arbeitsrecht, sonst drohen uns schwere Fehler im Betriebssystem. Die rechtliche Neugestaltung der Arbeitsbeziehungen hinkt der rasanten Entwicklungen durch die Digitalisierung hinterher. Der öffentliche Druck auf das deutsche Arbeitsrecht wächst. An vielen Stellen gibt es gewaltige Veränderungsbedarfe, allen voran bei der Vereinfachung und Flexibilisierung des Arbeitszeitrechts, des Arbeitsschutzes und des Datenschutzes, aber auch des Betriebsverfassungsrechts.“

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