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Am Pulsschlag der Zeit: Aktuelle Informationen zum CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz

Nachhaltigkeitsberichterstattung als Teil unternehmerischer Eigenverantwortung und Kulturentwicklung

03.04.2017

Darmstadt. „Das ‚Gesetz zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Unternehmen in ihren Lage- und Konzernlageberichten (CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz)‘ wurde vom Gesetzgeber verabschiedet. Zum Thema „CSR-Kommunikation zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ informierten sich südhessische Unternehmen am 30. März 2017 bei der gastgebenden Merck KGaA.
Schon heute nehmen viele Unternehmen ihre Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt wahr, auch ohne konkrete Richtlinien zu Corporate Social Responsibility“, sagt Wolfgang Drechsler, Geschäftsführer der Unternehmerverbände Südhessen. Als Beispiele nannte er Bildungskooperationen, Personalentwicklungs- und Gesundheitsförderprogramme, die Selbstverpflichtung zu hohen Umweltstandards und Nachhaltigkeitskriterien im Lieferkettenmanagement und vielfältiges Bildungs- und Kulturengagement.

Unternehmen mit mehr als 500 Arbeitnehmern und Kapitalmarktorientierung sind verpflichtet, Lageberichte auch zu nichtfinanziellen Themen und Nachhaltigkeitskriterien wie Umweltschutz, Menschenrechte, Korruptionsbekämpfung, ethische Verantwortung etc. vorzulegen. Der Gesetzgeber setzt damit die bereits beschlossene CSR-Richtlinie der Europäischen Union um. Als Impulsgeber stellte Prof. Alexander Moutchnik von der Hochschule RheinMain Ziele und Inhalte des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes vor.

„Die Verabschiedung durch den Deutschen Bundestag am 9. März und die Zustimmung durch den Bundesrat am 31. März markiert den Beginn des neuen Zeitalters für die CSR-Berichterstattung vor allem von Konzernen und großen kapitalmarktorientierten Unternehmen. Die Zeit der freiwilligen CSR-Berichte ist vorbei. Seit dem Geschäftsjahr 2017 sind diese Berichte für die Unternehmenskommunikation nicht mehr „nice-to-have“, sondern „must-have“. Weil die meisten Marktteilnehmer bereits über eine entsprechende CSR-Berichterstattung verfügen, wird die unmittelbare Wirkung des aktuellen Gesetzes äußerst eingeschränkt und die Ergebnisse bescheiden sein“, sagte Prof. Moutchnik anlässlich dieser Informationsveranstaltung.

Für Dirk Sulzmann, Leiter Standortkommunikation und Umfeldbeziehungen bei Merck in Darmstadt, ist CSR-Kommunikation im Unternehmen schon längst realisiert:
„Dank unserer Corporate-Responsibility-Strategie verwirklichen wir täglich aufs Neue verantwortungsvolle Unternehmensführung. Zugleich bündeln wir unsere Kräfte dort, wo wir am meisten bewirken können. Wir engagieren uns in drei Handlungsfeldern: Gesundheit, Umwelt und Kultur. Und dabei hat Merck stets die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft und die Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens im Fokus.“

Ähnlich äußerte sich auch Michael Schwöbel, Sprecher der Geschäftsführung der Pirelli Deutschland GmbH, Breuberg:
„Verantwortung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Gesellschaft und die Umwelt zu übernehmen, hat bei Pirelli eine lange Tradition. Das Unternehmen legt sehr großen Wert auf ökologische, wirtschaftliche und soziale Nachhaltigkeit. Die Kommunikation ist in unserem ganzheitlichen Verständnis von Verantwortung ein fester Bestandteil, als vierte Säule neben den Bereichen Ökologie, Ökonomie und Soziales. Die Kommunikation mit unseren Stakeholdern bzw. Bezugsgruppen ist gekennzeichnet durch Transparenz, Ehrlichkeit und Vergleichbarkeit. Zahlreiche Auszeichnungen wie beispielsweise Top-Platzierungen im Dow Jones Nachhaltigkeitsindex bestätigen unser Handeln.“

Auch für Unternehmen, die aufgrund ihrer Betriebsstruktur nicht unmittelbar unter die neue Berichtspflicht fallen, ist CSR kein Fremdwort, sondern aktiver Bestandteil der Unternehmenskultur:
„Als mehrfach umweltzertifizierte und erste klimaneutrale Druckerei Deutschlands gehört eine freiwillige Nachhaltigkeitsverpflichtung und regelmäßige Umweltberichterstattung schon seit Jahren zu unserem unternehmerischen Selbstverständnis.“, meint Ralf Lokay, Geschäftsführer der Druckerei Lokay aus Reinheim.

Wolfgang Drechsler resümierte:
„Vom unternehmerischen Bekenntnis zu Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung profitieren Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen. Es ist als gesamtgesellschaftliche Chance zu betrachten. Die vom Gesetzgeber gerade beschlossene nichtfinanzielle Berichtspflicht darf jedoch nicht zu einem bürokratischen Korsett an Vorschriften oder zu Wettbewerbsnachteilen für mittelständische Unternehmen führen, insbesondere für jene nicht, die in Lieferketten kapitalmarktorientierter Unternehmen eingebunden sind obgleich sie nicht der CSR-Berichtspflicht unterliegen.“

v.l.n.r.Reinhold Stämmler (UVSH), Dirk Sulzman (Merck KGaA), Prof. Alexander Moutchnik (Hochschule RheinMain), Dirk Widuch (UVSH)

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Reinhold Stämmler

Bereichsleiter Presse, Öffentlichkeitsarbeit, Gesellschaftspolitik

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