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33. Jahresgespräch der Arbeitskreise SCHULEWIRTSCHAFT Südhessen –

Mehr Bildung: Schüler und Lehrer werden „Lernunternehmer“ in eigener Sache

19.06.2012

Im Rahmen des Jahresgesprächs der Arbeitskreise SCHULEWIRTSCHAFT Südhessen referierte Dr. Michael Winterhoff über gravierende unbewusste Beziehungsstörungen von Erwachsenen gegenüber Kindern, die eine gesunde Entwicklung der kindlichen Psyche verhindern. Sein Credo: Kinder brauchen klare Beziehungsmuster als Grundlage für einen strukturierten Unterricht.

     

  • 20.000 Schüler und 900 Lehrer nahmen am Fortbildungsprogramm 2011/12 teil
  • Jeder Einzelne muss immer wieder Bildungschancen ergreifen und zum „Lernunternehmer“ in eigener Sache werden
  • Innovatives Denken und Eigenverantwortlichkeit werden an südhessischen Schulen honoriert
  • Erwachsene müssen ein klares Gegenüber für Kinder sein, damit sich

    die kindliche Persönlichkeit und damit auch grundlegende soziale

    Kompetenzen gut entwickeln und eine Integration in Schule und Beruf

    gelingt

  •  

Darmstadt. Die Arbeitskreise SCHULEWIRTSCHAFT Südhessen wollen anhand konkreter Projekte und Initiativen die Bildungsqualität in der Region stärken, die Ausbildungs- und Studierfähigkeit von Schülern verbessern und die Fachkompetenzen von Lehrern fördern.

Zu Beginn des 33. Jahresgesprächs der Arbeitskreise SCHULEWIRTSCHAFT Südhessen wurden noch einmal die zahlreichen, im vergangenen Schuljahr durchgeführten Aktivitäten vorgestellt. Sie reichen von der Durchführung von Wettbewerben – wie z.B. dem Innovationswettbewerb und dem Schülerwettbewerb „Berufe im Blick“ - über die Teilnahme an Berufsorientierungsmessen und Ausbildungsinfotagen bis hin zu einem qualitativ hochwertigen Fortbildungsprogramm, welches in 2011/12 von mehr als 900 Lehrkräften und über 20.000 Schülern genutzt wurde.

Für den Geschäftsführer der Arbeitskreise SCHULEWIRTSCHAFT Südhessen, Reinhold Stämmler, zeige der rege Zuspruch, dass der Arbeitskreis etwas bewegen könne und Südhessen ein innovatives Bildungsnetzwerk habe. Guter Unterricht brauche gute Lehrer und gute Lehrer bräuchten eine gute Aus- und Weiterbildung. Was für Lehrer gelte, gelte natürlich auch für alle anderen: Jeder einzelne müsse zum `Lernunternehmer’ in eigener Sache werden und  eigenverantwortlich immer wieder Weiterbildungschancen ergreifen, um die steigenden beruflichen und gesellschaftlichen Herausforderungen zu meistern. Dabei dürfe nicht vergessen werden, dass Lernen auch Spaß machen könne und einmal Erlerntes auch auf andere Bereiche übertragbar sei.

Es folgte ein kurzer Blick auf die Sieger des Innovationswettbewerb 2011/2012:
Die Unternehmerverbände Südhessen zeichneten diesmal Schulen aus, die Eigenverantwortlichkeit und innovatives Denken fördern. Insgesamt acht südhessische Schulen beteiligten sich am Wettbewerb. Den ersten Platz erzielte die Martin-Luther-Schule in Rimbach. Sie erhielt ein Preisgeld in Höhe von 3.000,- EURO für ihr Projekt „Kleine Forscher ganz groß“. Es beinhaltet eine über den regulären Unterricht hinausgehende naturwissenschaftliche Förderung von Kindern aller Altersstufen. Schüler schlüpfen in die Rolle der Lehrenden und führen einfache Experimente mit Vorschulkindern und Grundschulkindern durch. Den zweiten Platz, verbunden mit einem Preisgeld in Höhe von 2.000,- EURO, belegte die Odenwaldschule in Heppenheim für ihr Konzept „Selbstorganisiertes Lernen: Begegnungswochen der Klassen 12 und 13“, welches den fachübergreifenden Unterricht fördert. Als Kursleiter oder -teilnehmer können die Schüler hier wertvolle Lehr- bzw. Lernerfahrungen sammeln. Die Heinrich-Emanuel-Merck-Schule in Darmstadt kam mit ihrem „Kooperatives Lernkonzept der Berufsschule und Berufsfachschule Elektrotechnik“ auf den dritten Platz und konnte sich zudem über ein Preisgeld in Höhe von 1.000,- EURO freuen.

Zum Abschluss des Jahresgespräches referierte der bekannte Bonner Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Michael Winterhoff über aktuelle Entwicklungsstörungen im Kindes- und Jugendalter. Sein Vortrag stand unter dem bezeichnenden Titel „Gestörte Kinder und schwierige Eltern“. Winterhoff vertrat die Auffassung, dass sich immer mehr Erwachsene in gravierenden, unbewussten Beziehungsstörungen gegenüber ihren Kindern befinden. Dabei unterschied er zwischen drei wesentlichen Ausformungen: Das Kind wird wie ein kleiner Erwachsener behandelt (Kind als Partner); der Erwachsene ist abhängig vom Kind und will von diesem partout geliebt werden (Projektion); das Kind wird vom Erwachsenen als Teil seiner selbst wahrgenommen (Symbiose).

Gesellschaftliche Fehlentwicklungen verhindern, dass Erwachsene für Kinder ein klares Gegenüber sind – ein Gegenüber, das für eine gesunde Entwicklung der kindlichen Psyche und Persönlichkeit eine unbedingt notwendige Voraussetzung wäre. Als Folge weisen  Heranwachsende zunehmend Defizite in grundlegenden sozialen Kompetenzen auf und scheitern dann zwangsläufig bei der Integration in den schulischen Klassenverband und später ins Arbeitsleben. Die aufrüttelnden Ergebnisse seiner Analysen machen Winterhoff zu einem gefragten Gesprächspartner, denn das Ausmaß gesellschaftlicher Fehlentwicklungen tritt immer klarer zu Tage. Es ist zudem Anlass für die Politik, sich wieder auf die zentralen Werte Familie, Kinder und Erziehung zu besinnen.

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